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mob e.V. - Obdachlose machen mobil

Edito

Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto: Andreas Düllick
Foto: Andreas Düllick
es war einmal ... So fangen für gewöhnlich die „Kinder- und Hausmärchen“ (1812) der Gebrüder Grimm an. Märchen können schön sein, aber auch grausam. Sie berichten von fabelhaften und wunderbaren Begebenheiten, die allesamt frei erfunden sind, und finden sich zu allen Zeiten und bei allen Völkern dieser Welt. Was das mit dieser Ausgabe zu tun hat, werden Sie fragen. Unsere Autoren wollten wieder mal ein fröhliches, positives Titelthema bearbeiten. Schnell stellte sich heraus, dass das Thema nicht nur positiv besetzt ist.

Da ist zum Beispiel der „Märchenonkel“ Peter Hartz mit seiner Mär vom Fördern und Fordern als Jobbeschaffungsmaschine. Oder das Märchen vom schnellen Wohlstand in den ehemaligen Ostblock-Staaten wie Rumänien, wenn sie erst einmal Mitglied der Europäischen Union sind. Oder das Märchen vom Nicht-mehr-Diskriminiert-werden als Homosexueller. Unsere Autoren haben sich aber auch mit den schönen Seiten von Märchen, mit Elfen und Feen und Glückskindern beschäftigt. Und: Flake Lorenz, Keyboarder bei Feeling B zu Zeiten der DDR, bei Rammstein im wiedervereinigten Deutschland, erzählt im Interview, wie’s wirklich war mit der Musik- und Jugendkultur im Osten.

Eine Sache liegt uns sehr am Herzen: Der Skandal um die entwürdigende Haltung der „Bahn AG“ in Sachen „Zug der Erinnerung“. Das muss man sich mal vorstellen: Ein Unternehmen wie die Bahn profitierte von der Deportation unschuldiger Menschen in die Vernichtungslager der Nazis. Allein aus der deutschen Hauptstadt wurden 4.600 Kinder und Jugendlichen mit der „Reichsbahn“ in die Vernichtungslager deportiert. Doch Bahnchef Mehdorn gestattete dem Zug wegen zu erwartender Fahrplanstörungen und angeblicher Sicherheitsrisiken nicht, auf dem Hauptbahnhof zu halten. Stattdessen verlangt er u. a. eine Gebühr für das Befahren des Schienennetzes von 3,50 Euro pro Kilometer. Unfassbar! Will die Bahn ein weiteres Mal an den früheren Deportationen verdienen? Wir fragen uns, warum hat eigentlich Bundeskanzlerin Merkel hier nicht ein Machtwort gesprochen und diese Schande für Deutschland verhindert?! Dazu und zur Privatisierung der Bahn mehr in der nächsten Ausgabe.
Red/A. D.