 Quelle (2): wikipedia.de
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Frauen waren in der Geschichte immer schon erfinderisch. Dafür stehen Spülmaschine, Kaffeefilter, Wegwerfwindel, Tipp-Ex oder die Mitentwicklung der Relativitätstheorie. Auch Herta Heuwer und Ursula Lachnit-Fixson warenebenso genial. Die eine eroberte mit der Currywurst die gesamte Welt, die andere war die Geburtshelferin der Pille.Herta Heuwer - die Königin der CurrywurstWie ein Sprichwort sagt, haben große Erfindungen oft einen belächelten Anfang und einige entsprangen auch der puren Langeweile. So war es wohl auch bei der Kreateurin der Currywurst: Die 1913 in Königsberg geborene Herta Heuwer betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg einen Schnellimbiss in Charlottenburg. Am Sonntag, den 4. September 1949, stand Herta Heuwer in ihrer Imbissbude Kantstraße 101 Ecke Kaiser-Friedich-Straße und wartete auf hungrige Kunden. Doch an diesem verregneten Sonntag hielt sie vergeblich nach hungrige Mägen Ausschau. Um nicht ganz untätig zu sein, nahm sie Tomatenmark, das damals noch unübliche Curry und andere Gewürze, mischte sie zusammen und schüttete die Soße über eine zerstückelte Dampfwurst. Die heute weltweit beliebte Currywurst war geboren.
Die soeben erfundene Currywurst trat ihren Siegeszug an, zunächst in West- und Ostberlin, dann in ganz Deutschland und schließlich in der ganzen Welt. Fast zehn Jahre später, im Januar 1959, ließ sich die Currywurst-Erfinderin Heuwer ihre Rezeptur beim Münchener Patentamt unter dem Namen ‚Chiliup-Sauce’ patentieren und expandierte kräftig. Aus ihrem kleinen Imbissstand wurde eine Imbisshalle mit 19 Verkäuferinnen.
Die Currywurst ist neben Döner, Pizza oder Hamburger einer der beliebtesten Snacks und hat Berlin dafür in der Welt bekannt gemacht. Herta Heuwers Erfindung wird allein in unserer Stadt zirka 70 Millionen Mal verkauft. In ganz Deutschland sollen jährlich sogar 800 Millionen Currywürste über den Imbissbudentisch gehen.
Seit jenem Tag im September 1949 wurde die Currywurst der Herta Heuwer vielfach kopiert. Doch die genaue Rezeptur ihrer ureigenen ‚Chilliup-Sauce’ vernichte sie in den 70er Jahren und nahm sie mit ins Grab. Vier Jahre nach ihrem Tode, anlässlich ihres 90. Geburtstages, stellte die Stadt Berlin eine Gedenktafel zu Ehren der Schöpferin der beliebten Wurst genau an der Stelle auf, wo sich ihre Imbissbude einst befand. Und der Ehren nicht genug: Nun soll in diesem Jahr auch noch das „Deutsche Currywurst-Museum“ seine Pforten öffnen.
Ursula Lachnit-Fixson - die Geburtshelferin der Pille1960 kam die erste empfängnisverhütende Pille in den USA auf den Markt. Sie sollte schon bald die Welt verändern. Als die Pille, vom Pharmakonzern Schering produziert, 1961 auf den deutschen Markt kam (und zuerst nur an verheiratete Frauen verkauft wurde), gab es noch ein Problem: Die meisten Frauen vertrugen die stark dosierte Pille nicht. Sie klagten über starke Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit. Lachnit-Fixson, die heute 76-jährige Forscherin, die seit 1964 in der Forschungsabteilung bei Schering arbeitete, ahnte damals: „In dieser Dosierung wäre die Pille zum Scheitern verurteilt gewesen.“
Bevor die Pille in Deutschland für Frauen auf den Markt kam, musste die junge Berliner Krankenhausärztin Ursula Lachnit-Fixson fast in jeder ihrer Nachtschichten die lebensgefährlichen Folgen für Frauen nach den illegalen Abtreibungen bei Engelmacherinnen miterleben. Also forschte sie. Zunächst sah man das im Schering-Vorstand nicht sehr gern, denn nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland wetterten viele, vor allem die Kirchen mit der Einführung der Antibabypille über den Verfall von Moral und Sitten. Und auch bei vielen Ärzten herrschte noch die Vorstellung von der „Gebärpflicht“ der Frauen vor. „Man hatte Angst, gesellschaftlich geächtet zu werden“ sagt Ursula Lachnit-Fixson. Doch man ließ sie gewähren. Und der Erfolg sollte sich bald einstellten. 1972, ein Jahr nach dem legendären STERN-Artikel „Ich habe abgetrieben“, der die Frauenbewegung so richtig ins Rollen brachte, ließ Lachnit-Fixson ihre Erfindung als das ‚Zweistufenpräparat’ patentieren. Ihr größter Erfolg war das ‚Dreistufenmodell’ und vor allem die ‚Diane 35’, die mittels besserer Wirkstoffe und niedriger Hormondosen nicht nur den Frauen eine schmerzfreiere Verhütung verschaffte, sondern auch noch therapeutische Nebenwirkungen gegen Haarausfall und Akne leistete.
Martyn R