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mob e.V. - Obdachlose machen mobil

Agitprop auf Droge

New Yorker Straßenmusiker David Peel in Berlin


Als David Peel die Bühne im Haus der Kulturen der Welt betrat, wirkte er etwas desorientiert. Haare und Hose saßen nicht richtig, und auch die Brille war nicht gleich zur Hand. Das Lachen des Publikums konnte gerade noch als freundlich durchgehen. Als der Alt-Hippie dann, begleitet von seiner Band „The Lower East Side“, mit seiner Show begann, kippte die Stimmung schnell in Begeisterung. Bekam das Publikum doch, was es erwartete und was seit über vierzig Jahren das Markenzeichen von David Peel ist: legendäre Songs über Marihuana, Freiheit und Frieden. „I want to be a hippie“, singt er, oder: „It’s my life when I do what I want”, aber auch: “We don’t want no more war”.

Peel bezeichnet sich selbst als „Überlebenden aus einer Zeit, als politische Anarchisten als Helden galten”. Seine Freunde nennen ihn einen „der besten Untergrund-Straßenrocksänger der Welt“. Das Rock-Lexikon von Graves und Schmidt-Joos sieht ihn dagegen als „selbst ernannten Hinterhof-Narren des Hippie-Ghettos auf der East Side Manhattans“. Auf alle Fälle sind Peels Lieder genauso demotauglich wie die Rhythmen einer Sambaband. David Peel and The Lower East Side geben nach wie vor Spontankonzerte in ihrem Viertel. Peel geht aber nicht mit dem Hut herum, sondern vermittelt den Leuten lautstark seine politischen Botschaften: Gegen Bush, gegen Kriege, gegen Umweltzerstörung, gegen die Übernahme der Lower East Side durch die Yuppies, gegen die repressive amerikanische Drogenpolitik. Diese Botschaften brachte er auch seinem Berliner Publikum dar. Darüber hinaus lobte er die deutschen Grünen für ihre Umweltpolitik und das kostenlose Hochschulstudium. Aber, wie Peel bemerkte, war er vor seinem Berliner Konzert das letzte Mal 1995 in Deutschland gewesen.

„I want to get high but I never know why“. Kiffen ist für David Peel Passion und zugleich ein Akt des Widerstandes gegen das US-Establishment. Ob dieses Programm ausreicht, um 2008 Präsident zu werden, wie eine seiner Webseiten ankündigt, wird man sehen. Immerhin erhielt Peel dieser Tage Unterstützung von Arnold Schwarzenegger aus Kalifornien, der sich cool zum Marihuanakonsum in seiner Jugend bekannte: „Marihuana ist keine Droge. Es ist ein Blatt.“
Anne Landsberg

David Peel im Internet:
www.iampeel.com (viele Songs und Filme)
http://gemm.com/gemm_http/mall/peel/peelhome.html