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mob e.V. - Obdachlose machen mobil

Kältehilfe für Obdachlose in Berlin gestartet

Fotos: Andreas. D.
Fotos: Andreas. D.
Die Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie haben am 1. November ihre Kältehilfe-Angebote für Obdachlose vorgestellt. „In über 70 Einrichtungen wie Notübernachtungen, Nachtcafés, Suppenküchen und Wärmestuben, die zumeist von Kirchengemeinden betrieben werden, erhalten die Betroffenen während der kalten Jahreszeit Schutz und Hilfe“, sagte die Direktorin des regionalen Diakonischen Werkes, Susanne Kahl-Passoth. Neben den ganzjährig verfügbaren 100 Betten werden mit der Kältehilfe weitere 200 bis 300 Plätze angeboten. Außerdem fährt der Kälte-Bus der „Berliner Stadtmission“, der seit 13 Jahren unterwegs ist, in dieser Saison erstmals jede Nacht. Die Wohlfahrtsverbände gehen von mindestens 10.000 wohnungslosen Menschen in Berlin aus. Rund 7.000 Menschen sind in Obdachlosenunterkünften oder Billigpensionen untergebracht. Außerdem wird mit einer Dunkelziffer von bis zu 4.000 Betroffenen gerechnet. Aus dieser Gruppe suchen in jedem Winter 300 bis 400 Personen einen Schlafplatz. Kahl-Passoth forderte die Arbeitsagentur und die Sozialverwaltung auf, wieder regelmäßig Obdachlosenzahlen zu erheben. Seit der Einführung von „Hartz IV” 2005 lägen dazu keine Angaben mehr vor.

Stadtrat lässt Obdachlose im Stich
Völlig unverständlich ist, dass Knut Mildner-Spindler, Stadtrat für Soziales in Friedrichshain-Kreuzberg (Linkspartei!) in diesem Zusammenhang über die Presse mitteilte, die Bezuschussung von vier im Bezirk bisher befindlichen Kältehilfeangebote ohne tägliche Öffnung in einer Größenordnung von circa 37.000 Euro einzustellen. Betroffen sind unter anderem das Nachtcafé in der Taborgemeinde und eine Notübernachtung in der Bonifaziusgemeinde. Trotzdem werde in seinem Bezirk niemand erfrieren, so der Stadtrat. Speziell die weiter finanzierten Wärmestuben und täglichen Notübernachtungen hätten aus seiner Sicht eine besondere Bedeutung für die Gewährleistung der Grundversorgung von wohnungslosen und armen Menschen in der kalten Jahreszeit. Scharfe Kritik an der Entscheidung übten die „AG Leben mit Obdachlosen“ und die Wohlfahrtsverbände. Frau Kahl-Passoth sagte, „das sei nicht akzeptabel, weil die Gefahr bestehe, dass Obdachlose im Winter draußen bleiben müssen.“ „Damit lässt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Ärmsten der Armen in Stich!“, so Jan Markowsky vom Verein „Unter Druck“.

Notübernachtung bei Mob e.V.
Selbstverständlich bietet auch die Notübernachtung (NÜ) des Vereins mob e.V. in der Prenzlauer Allee 87 15 Schlafplätze täglich von 19 bis 10 Uhr an. Und das nicht nur im Winter, sondern ganzjährig. Die NÜ ist eine der wenigen Einrichtungen, die auch das Mitbringen von Hunden erlaubt.  
Jan Markowsky / Andreas Düllick

Hinweise
Infomationen über die aktuellen Angebote für Obdachlose gibt ab Donnerstag bis 31. März täglich von 19.00 bis 23.00 Uhr das Kältehilfe-Telefon. Es ist unter der Nummer 6808-1107 oder über die E-Mail kaeltehilfe-berlin@gewebo.de erreichbar.

Notübernachtung mob e.V.: www.strassenfeger.org,
Telefon: 030-41934593


Der strassenfeger veröffentlicht Anfang Dezember den „Wegweiser der
Kältehilfe“.