 Foto: Matthias
|
*(Weisheit aus China)Schon langsam ist es wieder so weit: Die Blätter der Bäume werden bunt und fallen zu Boden. Wenn man zur Arbeit geht, ist es noch dunkel. Kommt man zurück, ist es wieder dunkel. Es wird kälter und die Supermärkte sind voller Weihnachtsleckereien: Der Herbst hat begonnen!
Alle diese Vorzeichen läuten für mich die schönste Jahreszeit ein. Es ist nicht zu heiß und nicht zu kalt. Höchstens angenehm warm, und die Welt scheint wie in Gold getaucht zu sein. Doch wäre diese Jahreszeit wohl nicht halb so zauberhaft, gäbe es keinen Tee. Was ist gemütlicher, als sich an einem stürmischen Tag zu Hause mit einer großen Tasse schönen Tees zu verkriechen? Ohne Zweifel ist der Tee das Getränk des Herbstes!
Eigentlich gibt es nur drei „echte“ Arten von Tee: Assam, Ceylon und Darjeeling. Aus diesen drei Teesorten wird, je nach Verarbeitung, Schwarztee, sowie auch Grüntee und all die anderen chinesischen Teesorten gewonnen. Die bei uns weitverbreiteten Kräutertees (Kamille, Pfefferminze, Fenchel) sind eigentlich nur Sude, genauso wie Hagebutten- oder Rooibostees. Um exotischere Teespezialitäten herzustellen, werden diese Sorten in der Regel aromatisiert. Ursprünglich verwendete man in China Blüten, um Grüntees einen blumigeren Geschmack zu verleihen. Der berühmte Earl Grey aus England ist übrigens ebenfalls ein aromatisierter Tee, dem die Öle der Zitrusfrucht Bergamotte seinen charakteristischen, frischen Geschmack geben.
Obwohl Tee sehr schnell zubereitet ist, wird dennoch oftmals eine Menge falsch gemacht. Zunächst sollte unbedingt die Ziehzeit des Tees beachtet werden. Meist lässt man Tee zu kurz ziehen, wodurch er seinen Geschmack nicht entfalten kann. Vor allem Früchtetees benötigen lange, damit die Aromen der getrockneten Früchte tatsächlich in den Tee wandern können. Zu beachten ist dabei auch, dass immer kochendes Wasser für den Aufguss verwendet werden sollte.
Dieses sollte auch immer frisch aus dem Wasserhahn kommen, da dieses sauerstoffreicher ist, was die Entfaltung des Teearomas fördert. Selbstverständlich schmeckt loser Tee besser als abgepackter. Sollte man sich daran stören, die „Krümel“ in der Tasse schwimmen zu haben, kann man Teefiltertüten verwenden.
Eine Ausnahme zu der „Kochendes-Wasser-Regel“ ist Grüner Tee. Für diesen sollte das Wasser zwischen 60 und 80 Grad Celsius haben, da der Tee sonst bitter wird. Generell empfiehlt es sich, immer die Zubereitungshinweise auf der Teepackung zu lesen und sich auch ab und zu mal im Teeladen beraten zu lassen. Dort erfährt man beispielsweise auch, dass „Fettaugen“ auf Schwarztees ein Qualitätsmerkmal sind.
Diese Regeln befolgend, kann einem feuchten Herbst und einem kalten Winter nichts mehr im Wege stehen. Doch auch der Frühling und Sommer sind gerettet: eisgekühlter Schwarztee, Zitronensaft und Zucker ergeben einen erfrischenden, selbstgemachten Eistee!
Matthias