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mob e.V. - Obdachlose machen mobil

Kehrseite II - Zwischen Köttbullar und Spieleparadies

Das weibliche Ikea-Chromosom

Quelle: flickr.com
Quelle: flickr.com
Mädchenträume sind rosarot. Frauenträume sind gelb auf blauem Untergrund. Mädchenträume heißen US5, ein eigener Schminktisch oder der süße Typ aus der Oberstufe. Frauenträume haben nur einen Namen: Ikea! Doch während US5 aus fünf Namen besteht, der süße Typ aus der Oberstufe nur einen hat und Schminktische üblicherweise gar keinen, hat Ikea hunderte. Mit Gullholmen, Vättern und Kvart seien nur einige genannt, aber auch deutsche Damen erfreuen sich an einem hohen Wiedererkennungswert. Gibt es doch Gardinen, Stoffe oder Decken mit den Namen Andrea, Gisela oder Iris.

Wer allerdings vermutet, die Auswahl der nicht ausnahmslos weiblichen Namen für Ikeagegenstände sei wahllos zusammengewürfelt, der irrt. Küchen beispielsweise sind nach grammatikalischen Begriffen benannt. Wäre Ikea eine deutsche Firma hieße das Spülbecken einer durchschnittlichen Familie wahrscheinlich Dativ, die Ablage Nebensatz und der Kühlschrank Partizip. Damit nicht genug, Bücherregale haben Berufsnamen: „Schatz, steht Faust im Koch oder Verkäufer?“ „Ich glaube im U-Bahnschaffner!“

Seit der Gründung des Möbelhauses 1943 ist das Unternehmen ins Unermessliche gewachsen. Ivan Kamprad ist mittlerweile einer der reichsten Menschen der Welt. Das führt wohl dazu, dass die Frauen nicht nur Ikea, sondern auch dem Gründer zu Füßen liegen. Wie wichtig diesen Frauen der Charakter des Mannes ist, sei dahingestellt.

Da Frauenzimmer bekanntlich Kleinigkeiten lieben sind die Ikea-Bleistifte eine begehrtes Einsteckgut der weiblichen Kundschaft. Sie sorgen für die Verbreitung eines bisher unbekannten Phänomens: Der Bleistiftkleptomanie. Überall im Internet gibt es Gruppen, in denen sich unzählige anonyme Bleistiftkleptomaninnen treffen, um über ihre perversen Neigungen zu sprechen. Über 120 Millionen Stifte wurden nun schon, wie Ikea es nennt, „verschenkt“. Sie werden mittlerweile sogar auf eBay versteigert. Nur spekuliert werden kann darüber, wer sie dort ersteigert, was die Frage in den Raum stellt, wie viele Menschen es gibt, die Hausverbot bei Ikea haben, weil sie zu viele Bleistifte mitgehen lassen haben. Sollte es jemals eine offizielle Statistik geben, wird sie definitiv aussagen, dass es mehr Frauen sind.

Sind lustige Namen für Möbelstücke, ein reicher Gründer und Bleistifte schlagartige Argumente für einen wahren weiblichen Ikea-Fanatismus? Nicht nur! Nicht zu vergessen ist das Kinderland, in dem die gestressten Eltern das quengelnde Kind für ein paar Stunden spielen lassen können, ohne sich ernsthaft Sorgen machen zu müssen. Preiswerte Artikel sind immer ein Grund, und wenn es auch noch zahlreicher Krimskram ist, wird der Sammlerinstinkt der Frau geweckt. Den Namen Schnäppchenjagd wird sich demnach eine clevere Frau ausgedacht haben, die ihren Mann einfach nur überreden wollte, sie zu Ikea zu begleiten. Und zu zahlen.
Jenny