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mob e.V. - Obdachlose machen mobil

DER „BLUE PLANET AWARD 2007“ GEHT AN: Dr. Vandana Shiva

Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises und eine der einflussreichsten Vordenkerinnen der Umweltschutzbewegung; Quelle: imageshack.us
Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises und eine der einflussreichsten Vordenkerinnen der Umweltschutzbewegung; Quelle: imageshack.us
„Wenn Gesetze gemacht werden, um den Menschen die Freiheit zu nehmen, ist der einzige Weg, um frei zu bleiben, diese Gesetze zu brechen. Martin Luther King musste es tun, Gandhi musste es tun, wir müssen es tun.“            
Vandana Shiva, Rede auf dem G8-Alternativgipfel, 07.07.07

Eine andere Welt ist nötig
Zum 1. Dezember 2007 lädt die „ethecon – Stiftung Ethik & Ökonomie“ zu ihrer Stiftungstagung 2007 ein. Das Thema der Tagung ist brisant und hochaktuell: Wirtschaftskriminalität. Dass sich hier eine für übliche Zusammenhänge ganz außerordentliche Kompetenz an den Start begeben wird, ist schon dadurch garantiert, dass zum Beispiel auch die „Coordination gegen Bayer-Gefahren e. V.“ dabei sein wird. Seit über 25 Jahren wird von denen verfolgt, analysiert, zerlegt und mit weltweit erfolgreichen Klagen geklärt, welchen immensen Schaden der Gigant BAYER anrichtet.

„ethecon“ - diese relativ junge Berliner Stiftung (gegründet 2004) - wird auch, im Rahmen eines Festaktes, die beiden internationalen Preise „Blue Planet Award 2007“ und „Black Planet Award 2007“ verleihen. „ethecon“ über sich selbst: Die Veränderung der gesellschaftlichen Entwicklung hin zu Gerechtigkeit und einer intakten Umwelt, also die Überwindung des Profitprinzips, bedarf eines langen Atems und ausreichend finanzieller Mittel. „ethecon – Stiftung Ethik & Ökonomie“ setzt genau hier an. Es geht bei dieser Stiftung nicht um karitative Hilfe, sondern um die langfristige Schaffung von Grundlagen für Frieden, Gerechtigkeit, soziale Sicherheit und intakte Umwelt. Und darum, künftige Generationen bei ihren Auseinandersetzungen um gesellschafts- und wirtschaftspolitische Alternativen zu unterstützen.

Genau! Diese Blödelei der knieweichen attacistInnen, dass eine andere Welt „möglich“ wäre, ist uns so nötig wie ein Knopf am Knie. Lassen wir andere, wesentliche Leute auf den Punkt kommen – die längst vom Möglichen zum Wirklichen gelangt sind:

In der Mitte unserer Lebensweise
Mit dem internationalen Preis „Blue Planet Award“ zeichnet „ethecon“ Personen und Organisationen aus, die sich herausragend für die ethischen Prinzipien im Spannungsfeld Ethik und Ökonomie einsetzen und für Menschenrechte, Frieden, soziale Sicherheit und den Schutz der Umwelt kämpfen.

Der „Blue Planet Award 2007“ geht an Frau Dr. Vandana Shiva, da sie sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Umwelt und der Gesundheit in Indien einsetzt und sich in den internationalen Bewegungen gegen Globalisierung und Konzernmacht hohes Ansehen erworben hat. Vandana Shiva, promovierte Quantenphysikerin, Umweltschützerin, Feministin und Trägerin des „Alternativen Nobelpreises“ 1993, ist längst zur Symbolfigur für den Kampf um eine bessere und gerechtere Welt geworden. Neben ihrem Engagement für die Rechte der indischen Bevölkerung ist sie vor allem für ihre Bemühungen bekannt, mit dem Öko-Feminismus die weibliche Perspektive in die ökologische Diskussion einzubringen. Die Globalisierungskritikerin setzt sich unter anderem für den Schutz des Saatgutes ein, indem sie erfolgreich gegen die „Biopiraterie“ großer Konzerne kämpft.

Dr. Vandana Shiva ist eine der weltweit einflussreichsten Aktivistinnen gegen die Patentierung von Genen. Sie lebt in Neu Delhi und Dehradun, Indien. Mit ihrer Organisation „Navdanya“ hat Shiva in den vergangenen 20 Jahren in 13 indischen Bundesstaaten über 30 Saatgut-Kooperativen gegründet, um Indiens Artenvielfalt zu bewahren. Die rund 70.000 Mitglieder von Navdanya haben heute wieder Zugriff auf mehr als 2.000 alte Reis- und über 30 Getreidesorten.

Von fernen Welten reden
Schließlich bleibt die Frage, warum wir uns – als Straßenzeitung – damit beschäftigen, wie ethisch fragwürdig die Weltwirtschaft mit ihrem Machtgefüge auftrumpft? Oder, wenn wir es aus der philosophischen Ecke betrachten: Wir stellen uns immer nur diejenigen Fragen, auf die wir die Antworten längst parat haben. Unter den emanzipatorischen Bewegungen gehört diese Einsicht zum Konsens, und mittlerweile macht die offene Drohung längst auch in den Gewerkschaften die Runde: Was wir an Verbrechen überall in der Welt hinnehmen, wird uns als „Heimkehrereffekt“ begegnen. Dieselben Leute, denen wir die Sauereien auf anderen Kontinenten ungestraft durchgehen lassen, treten dann hier auf und werfen sich in die Brust. Wir besprechen also keinen AWARD, sondern unsere ganz dringenden ureigenen Angelegenheiten. Es handelt sich hier um die gesamte Welt.
Scharmann

Preisverleihung:
am 1.12.2007, 14 Uhr
ufa-Fabrik Berlin e. V.
Viktoriastraße 10 – 18, 12105 Berlin