Baubuden-Rülps Oliver Pocher steigt im Herbst in die Harald-Schmidt-Show ein. Wer soll da eigentlich wem Sterbehilfe leisten?
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Unlängst erklommen Demonstranten das Reichstagsgebäude und enthüllten ein Protestplakat mit der Aufschrift „Der deutschen Wirtschaft“; drinnen warfen unterdessen Aktivisten Flugblätter mit dem Text „Die Wünsche der Wirtschaft sind unantastbar“ von der Zuschauertribüne ins Plenum. Für ihre Aktion hatten sich die Protestierer einen sehr guten Tag ausgesucht, einen Freitag. Die laufende Bundestagssitzung wurde tatsächlich abgebrochen – allerdings nur, weil das Parlament mangels anwesender Abgeordneter nicht mehr beschlußfähig war. So lassen unsere cleveren Volksvertreter jeden Protest ins Leere laufen. Motto: Freitag nach eins – macht jeder seins.
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Neue Hiobsbotschaft: Uran ist – Experten zufolge – schon jetzt in der Lage, Iran anzureichern. Vielleicht sogar Irak.
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Was bedeutet es eigentlich, wenn ein alter Witz heute noch immer funktioniert? Vermutlich bedeutet es, daß sich die Welt kein bißchen verändert hat. Beispiel: Das Afghanistan-Problem ist gelöst. Die Afghanen sind abgezogen.
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Günter Wallraff hat jetzt Callcenter entlarvt. Dort werden Leute gezwungen, Menschen zu betrügen. Manchmal sogar umgekehrt. Das hätte ich als Empfänger solcher Anrufe Wallraff auch sagen können. Dafür hätte er sich nicht extra verkleiden müssen. Aber gut, der Enthüllungsjournalist hat zudem entdeckt, daß am anderen Ende der Leitung auch bloß Menschen sitzen. Solche und solche. Burschen, denen es Spaß macht, andere über den Tisch zu ziehen, weil sie damit ihren luxuriösen Lebensunterhalt bestreiten. Und zwar ganz energisch. Notfalls sogar vor Gericht. Oder Hartz IV-Empfänger, die von den Arbeitsagenturen an Callcenter vermittelt werden, um die Arbeitslosenstatistik zu frisieren. Im übrigen gibt es natürlich nach wie vor in allen Branchen, auch unter den Callcentern, ein paar weiße Schafe. Wer würde einem sonst bei Computerproblemen oder Reklamationen helfen? Wallraffs Reportage demonstriert allerdings, daß man trotz geltender Gesetze gegen unlauteren Wettbewerb gegen den Callcenter-Kapitalismus im Grunde nichts machen kann. Außer vielleicht – wie ich – immer einen emotionslosen Anrufbeantworter zwischen sich und das Festnetz zu postieren.
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Gewinnt ein Langzeitarbeitsloser in einem Gewinnspiel ein Auto, bekommt er solange kein Arbeitslosengeld II, bis der Wert des Wagens verbraucht ist. Dies hat das Sozialgericht Dortmund so entschieden. Schenken Sie also um Gottes willen nie einem Hartzi etwas! Sie machen ihn bloß unglücklich!!!
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Politiker lügen sogar, ohne leistungssteigernde Mittel zu nehmen. Journalisten nehmen zwar irgendwelche Mittel, aber gegen Scheinheiligkeit gibt es leider noch immer nichts. Dagegen sind Radprofis, die jetzt EPO-Geständnisse im Sixpack ablegen, die reinsten Waisenknaben. Erik Zabel hat sogar dabei geweint. Warum? Nun, wer käme schon ohne medizinische Hilfe in einem Ritt über die Alpen und die Pyrenäen, ohne das Zeitlimit der Tour de France zu überschreiten? Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, hat jetzt einen scharfen Schnitt gefordert: Radsportler “können bis Ende Mai die Karten auf den Tisch legen. Wer das nicht oder falsch tut, muß mit Konsequenzen rechnen.“ Ich kenne niemanden, dem es gelingen würde, die Karten falsch auf den Tisch zu legen. Außer natürlich Scharping. Aber der hat auch nie leistungssteigernde Mittel genommen. Das wäre sofort aufgefallen.
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Kann man einen Menschen am Geruch erkennen? Nur in besonders krassen Fällen. Ich persönlich erkenne wildfremde Leute daran, daß ich sie partout nicht riechen kann. Zum Beispiel unseren schwerbeschädigten Innenminister. Bei G8-Gegnern würde ich mit meiner Methode wahrscheinlich scheitern. Deswegen setzen deutsche Ermittlungsbehörden gegen besonders unsichere Kantonisten der Bundesrepublik Hundeschnauzen ein. Hunde können hundertmal besser riechen als jeder beamtete Schnüffler. Dennoch ist eine Geruchsprobe vor Gericht nur bedingt als Beweis tauglich. Etwa wie der Fingerabdruck eines Wollhandschuhs. Aber natürlich immer noch besser als nichts. Hätte die Stasi nicht Geruchsproben von Dissidenten in hermetisch abgeschlossenen Einweckgläsern aufbewahrt, wäre gegen diese Methode zweifellos nicht das geringste einzuwenden. Denn im Rechtsstaat sind Dissidenten überhaupt nicht vorgesehen. Hier gibt es nur Feinde von Demokratie und Freiheit. Gegen Wirtschaftskriminelle wiederum helfen Geruchsproben überhaupt nicht. Geld stinkt nicht. Dafür hat der Gesetzgeber eine feine Nase.