 Vulkan Avachinsky und die Stadt Petropawlowsk-Kamtschatski auf der russischen Halbinsel Kamtschatka. Quelle: flickr.com
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Anfangs war die Erde ein glühender Ball. Die Energie reichte jedoch nicht aus, daß die Erde zünden, das heißt zu einer Sonne werden konnte. Druck und Temperatur waren zu niedrig. Damals gab es noch keine Atmosphäre. Vertikal begannen sich – bedingt durch die Fliehkraft – die Stoffe nach außen zu bewegen. Die leichtesten Stoffe, die Gase, siedelten sich ganz außen an und bildeten die Atmosphäre. Bedingt durch die Schwerkraft konnten sie nicht in den Weltraum entweichen. Dieser Prozeß dauert bis heute an, nicht nur durch Vulkanausbrüche, sondern auch durch unbebauten Boden, mehr oder weniger je nach Gesteinsart.
Als nächstes folgte vertikal das Wasser, bestehend aus den zwei Gasen Wasserstoff und Sauerstoff. Gäbe es nur die vertikale Kraft, wäre die Erde heute überall mit Wasser bedeckt. Auch heute noch kommt Wasser hoch. Im Kontinentalboden sammelt es sich in der Nähe von Bergkristallgestein in jedem Land der Welt. Es dort anzubohren, würde das globale Süßwasserproblem lösen.
Dann kam das häufigste Salz, bestehend aus dem festen Stoff Natrium und dem Gas Chlor. Da es wasserlöslich ist und viel davon vorhanden, bestehen die Meere hauptsächlich aus Salzwasser. Süßwasser auf den Kontinenten entsteht entweder durch Verdunstung über den Meeren oder kommt frisch aus dem Erdinneren. Rein vertikal werden die Stoffe zum Erdkern hin immer schwerer. Granit ist das Gestein der Kontinente, Basalt ist schwerer und findet sich deshalb tiefer in den Meeresböden. Das heißt auch, daß die Häufigkeit von Bodenschätzen mit der Tiefe zunimmt. Die durch Vulkanismus entstandenen Bodenschätze in den Kontinentalplatten sind nur ein geringer Prozentsatz von denen unter den Meeresböden.
Vulkane entstehen aus vertikalen und waagrechten Kräften. Anfangs gab es sogenannte Plattenvulkane. Bei einem Ausbruch konnte die Masse eines Kontinents wie Europa ausgeworfen werden. Da die Erde abkühlt, gibt es diese heute nicht mehr. Im Vergleich zu früher sind die heutigen Vulkanausbrüche „harmlos“. Beim Ausbruch des Mt. Helens flogen tischgroße Gesteinsbrocken bis zu 20 Kilometer weit und Tannennadeln verglühten noch in 30 Kilometer Entfernung. Das Glück im Unglück war: es herrschte nur leichter Wind. Beim Ausbruch des Pinatubo entstand ein Aschepilz mit 100 Kilometer Radius. Lava ist relativ harmlos. Sie fließt mit circa 25 Kilometer pro Stunde. Da kann man noch wegrennen. Die heißen Gase jedoch erreichen über 200 Kilometer pro Stunde. Man erstickt, bevor man verbrennt.
Nicht jeder Vulkan ist ständig aktiv. Auch scheinbar erloschene können wieder knallen.
Ein Vulkan gilt erst dann als erloschen, wenn er
10.000 Jahre nicht mehr ausgebrochen ist.
Davor ist der Ausbruch umso heftiger, je später. So kann ein Kratersee, Eis und Bewaldung trügen. Aus dem See wird dann kochend heißer Dampf.
500.000.000 Menschen leben in der Nähe von 450 gefährlichen Vulkanen. Was reizt sie, das zu tun? Abgesehen von den bereits erwähnten Bodenschätzen ist es der fruchtbare Boden. Die Vulkanasche bei einem Ausbruch zerstört zwar die Ernte, gibt aber für die nächsten Jahre einen guten Dünger und damit Nahrung. Außerdem ist es freies Land, was man besetzen kann, um sagen zu können: mein Land, mein Haus. Viele sind sich auch des Risikos nicht bewußt, da der Vulkan vielleicht längere Zeit schläft oder scheinbar erloschen wirkt. Zudem wirkt die neue Energie um einen Vulkan unbewußt inspirierend, also gut für Künstler aller Art. Auch für Psychotherapie wirkt sie fördernd. Die plutonische Energie wirkt wie ein Katalysator. Unterdrückte Gefühle, Gedanken und Fähigkeiten kommen wieder hoch. Also gut für einen Urlaub, aber nicht zum Wohnen.
Ich unterscheide drei Zonen um einen Vulkan: 1. Direkt am Vulkan – unverantwortliches Risiko zum Wohnen. Nur für Vulkanologen und Besucher zwischen zwei Ausbrüchen. Bunker mit unabhängiger Sauerstoffversorgung wegen der Gase in Reichweite, für einen Ausbruch aufgebaute Meßgeräte. 2. Kalkulierbare Risikozone für Ackerbau und Bergbau. Psychologisch betrachtet unterschwellig eine Dauerspannung, sozusagen Gefahr im Nacken, belastet die Psyche. Ein entspanntes Wohnen damit nicht möglich. In dieser Zone also nur bunkerartige Arbeitssiedlungen zum vorübergehenden Aufenthalt. 3. Zone ohne Risiko bei mehr als 100 Kilometer Abstand.
NAMASTE EUER VULKAN CHAITANYO