strassenfeger
Helfen und die Angst vor der Verantwortung
Im Augenblick einer Notsituation müssen wir die eigenen Ängste überwinden, die richtigen Entscheidungen fällen, andere um Mithilfe bitten – und dürfen die Verantwortung nicht abgeben
In den letzten Wochen ist es kälter geworden in Berlin. Nicht nur nach dem Thermometer, auch in der Gesellschaft. So scheint es zumindest, wenn man fast täglich über gewalttätige Übergriffe in U-Bahne
n und auf öffentlichen Plätzen liest. Oder nehmen wir es nur anders wahr? Weshalb wird solch menschenverachtendes Verhalten scheinbar geduldet? Mangelt es an Zivilcourage? Wollen wir keine Verantwortung übernehmen oder sind wir uns gegenseitig schlicht egal geworden?
Vor ein paar Wochen war ich auf dem Weg ins Schwimmbad, es war schon dunkel und eiskalt, aber noch vor dem ernormen Kälteeinbruch. Ich fuhr am Planetarium vorbei durch den Ernst-Thälmann-Park im Prenzlauer Berg. Auf dem Weg viel mir eine Gruppe Menschen auf. Ein Mädchen lag am Boden. Ein anderes, ihre Freundin, hielt sie in den Armen. Drei Männer standen dicht dabei über die Szene gebeugt. Ich hielt an auf dem Fahrrad und fragte, ob ich helfen könne. Keiner rührte sich. Nach einer kurzen Beurteilung der Szene fuhr ich weiter, nicht ohne mich nach ein paar Metern zu fragen, ob das richtig war...
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Versehrte VeteranenDie Bundeswehr bietet ihren traumatisiert aus einem Auslandseinsatz zurückkehrenden Soldaten inzwischen umfangreiche Behandlungsangebote. Doch nicht alle erreicht die Hilfe
Das Kriegen inhärente Grauen und Leid übersteigt das, was die menschliche Seele auszuhalten bereit ist.
Traumatisierung, Traumafolgestörung und Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sind die Begriffe, mit denen man heute versucht, die Reaktion des Menschen auf Extrembelastung zu beschreiben. Sie sind erst ein paar Jahrzehnte alt. Doch die seelischen Verwundungen hinter den Begriffen sind die persönlichen Kosten, die die an einem Krieg Beteiligten schon immer und über alle Kulturen hinweg gezahlt haben.
2011 gab es nach Angaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr 922 Kontakte von an PTBS erkrankten Soldaten mit behandelnden Ärzten und Psychologen der Bundeswehr. Dabei wurden 194 Fälle einer PTBS als Neuerkrankung diagnostiziert. Bei den meisten Soldaten, nämlich bei 759 Behandlungskontakten, rührte die Traumatisierung demnach aus einem Einsatz in Afghanistan. Im Jahr 2008 betrug die Zahl der wegen PTBS erfolgten Behandlungsfälle noch 245.
Was genau zu dem Anstieg der Zahlen geführt hat ist unklar. Vermutungen gehen von der zunehmenden Härte der Einsätze als Ursache aus, möglicherweise setzt auch die breite Aufklärungsarbeit, die die Bundeswehr inzwischen betreibt, bei Betroffenen die Hemmschwelle herab, sich zu melden. Die Bundeswehr hat Internetseiten zum Thema PTBS eingerichtet, Soldaten können zu PTBS-Sprechstunden gehen, eine anonyme Hotline anrufen. Ein PTBS-Beauftragter übt sein Amt seit 2009 aus.
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„Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!“ Hoffentlich!
Erster Runder Tisch zur Situation von Obdachlosen am Bahnhof Zoo
Der strassenfeger hat mehrfach umfassend darüber informiert, dass sich die Situation der obdachlosen Menschen rund um die Bahnhofsmission seit den Wahlen zum Abgeordnetenhaus im 2011 und dem Wechsel zur „Rot-Schwarz“ erheblich verschlechtert hat. Erst verschwand der dringend benötigte Hygienecontainer von einem Tag auf den anderen.
Begründung: Dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf fehle einfach das Geld und außerdem gäbe es ja in unmittelbarer Nähe genügend andere sanitäre Einrichtungen für Obdachlose. Dann kürzte der neue Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit, Carsten Engelmann (CDU), die finanzielle Unterstützung der Charitasambulanz für Obdachlose in der Jebensstraße um 100.000 Euro pro Jahr. Lapidare Begründung: Dort würden zu Unrecht Menschen aus Osteuropa medizinisch versorgt, die keine Krankenversicherung hätten. Als ob Obdachlose eine Krankenversicherung hätten! Der strassenfeger hatte daraufhin die Verantwortlichen des Bezirkes um Klärung gebeten, außerdem den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), und den neuen Innensenator, Frank Henkel (CDU) in offenen Briefen um eine Stellungnahme gebeten. Wir warten bis heute auf eine Antwort!
Doch wenigstens auf Bezirksebene hat sich nun endlich etwas bewegt. Wahrscheinlich war der Druck, den strassenfeger, Bahnhofsmission und viele andere aufgebaut hatten, groß genug. Sozialstadtrat Engelmann lud für den 8. Februar zu einem Runden Tisch in Rathaus Wilmersdorf ein...
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Zwei Orchester! 100 Frauen!
Zum ersten Mal stehen das „Frauenblasorchester Berlin“ und das „Frauenensemble holz&blech“ gemeinsam auf einer Bühne
Das zehnjährige Jubiläum des „Frauenblasorchester Berlin“ steht im September 2013 an, worauf die
Frauen mächtig stolz sein können. Sie sind daher auch schon im Planungsstress und bereiten die Feierlichkeiten für das kommende Jahr vor. Das „Frauenensemble holz&blech“ besteht dann auch schon vier Jahre. Aber davor erfüllen sich die Musikerinnen beider Orchester ihren eigenen kleinen Traum. Am 10. März 2012 werden zum ersten Mal beide Orchester auch gemeinsam auf einer Bühne stehen. Darüber sprach Guido Fahrendholz für das strassenfeger radio mit der musikalischen Leiterin und Dirigentin beider Orchester, Astrid Graf.
strassenfeger: Astrid, Du selbst hattest mir bei unserer ersten Begegnung im Jahr 2008 Dein Frauenblasorchester Berlin als wunderbar bunten Haufen toller Frauen vorgestellt. Was kann das Publikum bei „2 Orchester! 100 Frauen!“ von Deinem illustren Haufen erwarten?
Astrid Graf (lacht erst einmal herzhaft): Im „Verein Frauenblasorchester Berlin e.V.“ kamen wir 2009 auf die Idee, noch ein zweites Orchester zu gründen. Ursprünglich als Nachwuchsorchester gedacht, hat sich das „Berliner Frauenensemble holz&blech“ recht bald verselbständigt...
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Berliner Handballer weiter auf Erfolgskurs
„Füchse“-Manager Bob Hanning fordert gravierende Veränderungen beim Deutschen Handball Verband
Geld allein schießt doch keine Tore! Bester Beweis dafür sind die Handballer des Vereins „Füchse Berlin“.
Nach zwölf Spieltagen liegen die „Füchse“ auf dem 2. Tabellenplatz der Handball-Bundesliga, noch vor den finanziell deutlich besser aufgestellten Topvereinen aus Hamburg, Mannheim, Lemgo oder Flensburg. Und auch in der Champions League läuft es nicht schlecht für den Neuling. Teamgeist und der unbändige Wille, es den „Großen“ zu zeigen, führt oftmals auch zum Erfolg. „Füchse“-Manager Hanning könnte also rundum zufrieden sein. Ist er aber nicht: Anfang Februar hat er ein Positionspapier veröffentlicht, in dem er gravierende strukturelle Änderungen im Deutschen Handball Bund fordert. Andreas Düllick sprach für den strassenfeger mit Bob Hanning über die laufende Saison der „Füchse“, das Scheitern der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Serbien und der damit verbundenen verpassten Olympiateilnahme sowie sein Positionspapier.
strassenfeger: Sind Sie zufrieden mit dem Verlauf der Bundesliga-Saison?
Bob Hanning:Für uns geht der Traum weiter. Wir haben gedacht, dass wir nach der schon überragenden letzten Saison jetzt durch die Belastungen in der Champions League einbrechen werden. Aber die Mannschaft hat mich wieder überrascht...Wenn Sie weiterlesen wollen, dann kaufen Sie den aktuellen strassen|feger!
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Gerhard Richter oder was die Malerei überhaupt noch kann und darfZum 80. Geburtstag des Künstlers zeigt die Neue Nationalgalerie seine große Retrospektive mit über 140 Werken aus 50 Jahren
Seine Ölbilder sind unscharf, entrückt und neblig, als hätte er sie mit einem Weichzeichner bearbeitet. Sie2004 erklärte ihn die britische Tageszeitung „The Guardian“ zum „erfolgreichsten Maler der Welt“ und zum „Picasso des 21. Jahrhunderts.“ Von 2004 bis 2008 und von 2010 bis 2011 rangierte er auf Platz 1 im „Kunstkompass“, einer Liste der 100 besten lebenden Künstler, von der Zeitschrift „Manager-Magazin“ jährlich zusammengestellt und veröffentlicht. Er ist auch der teuerste Künstler der Gegenwart. Allein in den letzten zwei Jahren erzielten seine versteigerten Werke den kaum vorstellbaren Gesamtpreis von über 100 Millionen Dollar. „Das ist genauso absurd, wie die Bankenkrise – unverständlich, albern, unangenehm“, empört sich der Meister...
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„This Ain’t Californinia“
„Auf so was wie Skaten kommen Kinder von ganz alleine. Beton gab’s ja genug bei uns. Mit Amerika hatte das nichts zu tun“
Dieser Film von Marten Persiel über die Skaterkultur in der DDR der 80er Jahre macht einfach Spaß, auch
wenn er nicht ohne nostalgische Momente daherkommt. Na ja, offiziell gab es damals gar keine Skater, sondern Rollbrettfahrer. „Lass rollen, Alter!“, heißt es wohl noch heute im Skaterjargon.
Marten Persiel erzählt die Geschichte dieser Subkultur im Osten, von der wenige wussten, zum ersten Mal und auf eine sehr faszinierende Art und Weise. Er kann das, er ist selbst Skater, kommt aus dem Westen und versteht sein Handwerk perfekt. Manchmal ruhig und langsam, manchmal schnell und laut, fast wie wie auf Speed, verwebt der gelernte Werbefilmer die Geschichte von ein paar Jungs mit der Subkultur der Skater.
Die Produzenten sagen darüber: „Wenn man nicht Skater ist wie Marten, kann man so einen Film nicht machen. Wie er redet mit den Jungs, mit dieser Wärme. Die haben eine ähnliche Sprache, man weiß sofort, was gemeint ist. Die haben Marten alle gleich vertraut und sich geöffnet und haben uns alles vor die Füße gelegt, das ist die Magie, die Marten einfach mal hat.“ Aus einer Fülle von Super-8-Farbfilmmaterial aus dieser Zeit, das von den Protagonisten selbst bzw. von Menschen aus deren Umfeld gedreht wurde, gemixt mit Animationen von Momenten aus dem Leben von Denis „Panik“ Panicek, die es nicht auf Originalmaterial gab, gelingt ihm wohl einer schönsten und anrührendsten Filme der diesjährigen Berlinale.
Dafür bringen Persiel und sein Team die alten Kumpels nach Jahren endlich wieder zusammen...
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strassenfeger radio & unplugged TV
Der strassenfeger ist das etwas andere Stadtmagazin und in der berliner und brandenburger Medienlandschaft längst etabliert. Dazu sind strassenfeger radio und dominotalk die Zeitung auf die Ohren. strassenfeger unplugged ist unser neues Fernsehformat. Mehr darüber lesen Sie hier.
art strassenfeger
Hier stellen wir Künstler_innen und Kunst vor, die sich mit den Themen Armut, Obdachlosigkeit, gesellschaftliche Ausgrenzung beschäftigen, sowie Kunstprojekte unserer Verkäufer_innen. Schauen Sie einfach mal hier.
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