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„Hallo, ich bin Iker, ich komme aus Spanien, Barcelona.“

Der spanische Spielmacher bringt „Füchse Berlin“ zurück in der Erfolgsspur

„Iker ist ein Spieler für die besonderen Momente, er ist einer, der ein Spiel im Alleingang entscheiden kann.“ Füchse-Manager Bob Hanning weiss, was er an dem spanischen Ausnahme-Handballer Iker Romero hat. Gegen die SG Flensburg/Handewitt war er erneut der entscheidende Mann auf der Platte. Dank seiner großen Routine und Erfahrung (und dank toller Paraden des großartigen Torwarts Silvio Heinevetter!) gelang am Ende der Sieg gegen sehr starke Flensburger. Romero war es auch, der den Schlußtreffer zum 33:30 erzielte und mit insgesamt zehn Treffern wieder der beste Werfer seines Teams war. Die Füchse liegen nun auf dem vierten Tabellenplatz in der besten Handball-Liga der Welt.

Mittlerweile zeigt sich sehr eindrücklich, dass Hannings Entscheidung, den 31jährigen Romero nach Berlin zu holen, goldrichtig war. Schon im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga gegen den THW Kiel vor 9.000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle stellte Romero seine Ausnahmeklasse unter Beweis. Als der Rechtshänder endlich auf’s Parkett durfte, lief es deutlich besser für die Füchse. Erst traf er er die wichtigen Siebenmeter, dann schwang er sich zum Regisseur der Berliner auf. Mutig, selbstbewusst und kraftvoll ging er dorthin, wo es im Handball ziemlich wehtut, an den Kreis, dirigierte aber auch klug und routiniert die Angriffe seines Teams. Acht Tore, davon fünf Siebenmeter, gelangen ihm. Viel wichtiger aber ist, dass er die jungen deutschen Nationalspieler wie Sven-Sören Christophersen und Markus Riechwien entlastet, aber auch motiviert.

Für eine Wiederholung des Heimsieges aus dem vergangenen Jahr reichte es dennoch nicht ganz. Denn auch die Kieler haben einen herausragenden Führungsspieler. Den französischen Weltklassespieler Daniel Narcisse bekamen die Berliner nie in den Griff. Mit neun Toren war Narcisse erfolgreichster Werfer der Kieler. Füchse-Trainer Sigurdsson: „Das war ein mitentscheidender Faktor für die Niederlage.“ In der 34. Minute waren die Füchse sogar mit 20:19 in Führung gegangen. Ab der 44. Minute kamen jene Minuten, die uns den möglichen Punktgewinn kosteten“, sagte Sigurdsson über die Phase bis zum 25:30. Doch die Füchse kämpften gegen die Niederlage an, die Regie dabei übernahm Iker Romero. Dem 31 Jahre alten Spanier gelang es, das Spiel an sich zu reißen, er führte das Team wie in seinen besten Zeiten. Vielleicht hätte der Trainer ihn noch früher einsetzen sollen. Bis zur letzten Sekunde blieb es spannend, auch weil Silvio Heinevetter herausragend hielt und seine beste Saisonleistung zeigte. Der große „THW Kiel“ wankte – doch es reichte knapp für die Gäste. Am Ende hieß es 33 zu 32 für die Kieler. Die Chance zur Revanche haben die Füchse schon am 14. Dezember im Pokal-Achtelfinale. Übrigens: Auch in der Champions League stehen die Chancen für die Füchse gut: Derzeit stehen sie in ihrer Gruppe auf dem dritten Platz.

Iker Romero ist eine lebende Handball-Legende: Der Spanier war Weltmeister, gewann Bronze bei Olympischen Spielen und Silber bei der EM. Mit Barcelona war er zwei Mal Champions-League-Sieger. Seit dieser Saison spielt er in Berlin, verdient hier weniger als in Barcelona. Doch das stört ihn nicht: „Geld ist nicht mehr das Wichtigste in meiner Karriere. Ich hatte gut dotierte Verträge. Handball, der Klub, das Umfeld und die Stadt sind viel wichtiger.“ Besonders angetan ist auch er von der Atmosphäre in Deutschland: „Wahnsinn, wie begeistert die Leute hier sind. Die Hallen sind toll. Es kommen viele Zuschauer. Aber genau um das zu erleben, bin ich ja nach Deutschland gekommen.“

Romero hat bei den Füchsen einen Vertrag bis 2014. Mit ihm will Berlin in den nächsten Jahren um die Meisterschaft mitspielen, aber vielleicht auch mal das Endspiel der Championsleague erreichen. Auch, wenn viele Teams in Deutschland und Europa viel mehr Geld als die Berliner zur Verfügung haben. Die Herzen der Berliner Fans hat er schnell im Sturm erobert. Bei der Team-Präsentation sagte der Superstar einen Satz: „Hallo, ich bin Iker, ich komme aus Spanien, Barcelona.“ Nach seinen tollen Leistungen in Berlin ist Iker Romero auch in Spanien wieder die Nr. 1: Beim Supercup mit Deutschland, Dänemark und Schweden vor ein paar Tagen, den die Spanier gewannen, war Iker Romero seit langer Zeit mal wieder Kapitän der Nationalmannschaft!

Andreas Düllick

Ausgabe 24, November 2011


Inhaltsverzeichnis:


Seite 02

Edito

Liebe Leserinnen und Leser,

Seite 03

Spür keine Gier – und sei von Sünde frei?

Über Todsünden und himmelschreiende Sünden

Seite 04

Gewinnmaximierung ist wie Komasaufen

Ein fatal falsches Ziel menschlichen Wirtschaftens

Seite 05

Die Legende vom Gierbanker

Von Legenden und Folgen der Politik

Seite 06

Hohe Nebeneinkünfte für den Parlamentsschwänzer

Die unmäßige Gier des SPD-Bundestagsabgeordneten Peer Steinbrück

Seite 08

Alles Ego, oder was?

Der Mythos von der Geilheit des Geizes

Seite 09

„Auf dass alles, was ich berühre, zu Gold werde“

Das Thema der Gier in der Antike: die Sagen von Midas und Krösus

Seite 10

Darf’s noch etwas mehr sein?

Die Wirtschaft kann nicht bis ins Unendliche wachsen

Seite 11

Gier – Anatomie einer menschlichen Eigenschaft

Wie Gier entsteht

Seite 12

Der einen Freud ist der anderen Leid

Warum die Gier nach Rohstoffen uns alle betrifft

Seite 13

Zinsen – ein kapitaler kapitalistischer Denkfehler

Die soziale Schere ist die Folge

Seite 14

Wie viel Erde braucht der Mensch?

Was ist wirklich wichtig in Leben eines Menschen

Seite 15

Der Bund der Steuerzahler meldet sich zu Wort

39. Ausgabe des Schwarzbuchs „Die öffentliche Verschwendung 2011“

Seite 16

Polnische Saison an der Spree

So viel Polen in Berlin war noch nie! Unser Nachbarland nutzt seine gegenwärtige EU-Ratspräsidentschaft, um die nationale Kultur in einem bisher nie da gewesen Umfang zu zeigen

Seite 20

„Musik zu machen im direkten Austausch mit dem Publikum, das ist nicht zu toppen.“

Der Mannheimer Musiker Laith Al-Deen über Herkunft, Sprache und sein aktuelles Album

Seite 24

Kältehilfesaison 2011/12 ist gestartet

Grund zur Freude – Grund zur Sorge

Seite 25

Krakau lockt nicht nur Touristen an

Im Herbst und Winter ziehen Gestrandete und Bedürftige aus ganz Polen in die alte Königsstadt ein

Seite 26

Diskriminierung ohne Ende? (2)

Die 600jährige Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland ist die Geschichte von Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung

Seite 28

„Hallo, ich bin Iker, ich komme aus Spanien, Barcelona.“

Der spanische Spielmacher bringt „Füchse Berlin“ zurück in der Erfolgsspur

Seite 29

Achtung! Hartz IV

Die „Härtefallregelung“ des § 21 Abs.6 Teil 2

Seite 30

Mittendrin

Seite 31

Leserbrief

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Besuch vom Internationalen Netzwerk der Straßenzeitungen (INSP)