Ausgabe_24_2011 > Seite 02
Edito
Liebe Leserinnen und Leser,
„Wir brauchen Millionen, Milliarden, Billionen Euro!“ Seit Wochen und Monaten werden wir täglich mit solchen Forderungen konfrontiert. Wir sollen Banken retten, wir sollen Staaten retten, wir sollen den Euro retten, wir sollen die Europäische Union retten. Warum eigentlich? Normalerweise dürften wir steuerzahlenden Bürger doch erwarten, dass Spitzenbanker, Spitzenpolitiker, Regierungschefs über die notwendige Qualifikation verfügen, mit unser aller Geld vernünftig, klug und verantwortungsbewusst umzugehen. Anscheinend ist das aber keineswegs der Fall. Dummheit und Unfähigkeit sind ein wesentlicher Faktor für die anhaltende Finanzkrise – vergessen wir nicht die Bankenrettung vor gerade einmal zwei Jahren – unfassbare Gier ein anderer. Die Welt wird derzeit getrieben von Spekulanten, die auf steigende und fallende Kurse an den Börsen wetten. Sie setzen auf heiße Luft, auf das absolute Nichts, denn hinter sogenannten Finanzderivaten stehen keine materiellen Werte. Die Zocker des 21. Jahrhunderts treiben erfolgreiche und gesunde Konzerne, ganze Volkswirtschaften unablässig vor sich her. Hintergrund sind natürlich auch die unfassbaren Staatsschulden, verursacht von unfähigen Haushältern! Dubiose Ratingagenturen stufen die Kreditfähigkeit von Banken und Staaten herunter, verteuern so die dringend benötigte Geldaufnahme ins Unermeßliche. Und alles aus einem einzigen Grund: Der Gier nach Geld!
Grund genug uns in dieser Ausgabe des strassenfeger mal eingehend mit dem Thema ‚Gier‘ zu beschäftigen. Ist Gier eine Todsünde? Muss man Gewinne maximieren? Sind alle Banker gierig? Wie ist das mit der Gier nach Rohstoffen? Woher kommt die menschliche Gier? All diese Fragen versuchen unsere Autoren für Sie zu beantworten.
Außerdem berichten wir über die polnischen Kunst- und Kulturaktivitäten in Berlin. Im Brennpunkt geht es um die Probleme der Kältehilfe für die Obdachlosen in Berlin. Ganz wichtig: Wir untersuchen die 600jährige Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland. Und – wir sagen Ihnen warum die Berliner Handballer derzeit so erfolgreich sind.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen




