PRESSEMITTEILUNG und OFFENER BRIEF: Senat streicht Geld für die medizinische Grundversorgung und Sozialberatung von wohnungslosen Menschen
Offener Brief
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach dem Skandal um den Abtransport des Hygienecontainers in der Hertzallee gibt es jetzt den nächsten Skandal des neuen Rot-Schwarzen Senats: Der Caritas-Ambulanz für Obdachlose in der Jebenstraße wurden für 2012 die finanziellen Hilfen in Höhe von 100.000 Euro gestrichen. Damit steht die Obdachlosenambulanz vor dem Aus! Was das bedeutet, ist den verantwortlichen Politikern von SPD, namentlich Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister, und CDU, namentlich Frank Henkel, anscheindend überhaupt nicht bewusst. Hier wird wieder einmal an der falschen Stelle gespart, nämlich bei den Ärmsten der Armen. So sieht also eine erfolgreiche Sozial-, Integrations- und Migrationspolitik von Parteien aus, die in ihren Namen die Begriffe ‚Sozial‘ bzw. ‚Christlich‘ führen!
Wir fordern Klaus Wowereit und Frank Henkel auf, statt fortgesetzten Sozialabbau zu verordnen, sich endlich und nachhaltig für obdachlose, wohnungslose und arme Menschen einzusetzen! Ansonsten ist Berlin bald nicht mehr sexy, sondern nur noch arm!
Hochachtungsvoll
mob e.V./strassenfeger
strassenfeger // Pressemeldung vom 06.12.2011
Aus für die Caritas-Ambulanz für Wohnungslose?
Senat streicht Geld für die medizinische Grundversorgung und Sozialberatung von wohnungslosen Menschen
Die rbb-Abendschau hat am 5. Dezember den nächsten Skandal des neuen Rot-Schwarzen Berliner Senats aufgedeckt: Der Caritas-Ambulanz für Wohnungslose wurden nach Informationen der rbb-Reporterin Katrin Zauter für 2012 die finanziellen Zuschüsse in Höhe von 100.000 Euro gestrichen. Damit steht die Ambulanz jetzt vor dem Aus und kann nur noch über Spendengelder gerettet werden.
In die Obdachlosenambulanz kommen Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben und auch über keine Krankenversicherung verfügen. Hier am Bahnhof Zoo werden all die Menschen behandelt, die anderswo keine Hilfe bekommen. Dadurch soll die Integration wohnungsloser Menschen in das bestehende Gesundheits- und Sozialsystem gewährleistet werden. Lapidare Begründung aus der Senatsverwaltung zur Streichung der Finanzhilfen: Es kämen immer mehr Menschen aus Osteuropa, die keine Krankenversicherung haben. Für die medizinische Versorgung dieser Menschen habe der Senat kein Geld.
Als ältestes medizinisches Wohnungslosenprojekt bietet der Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. seit 1992 ärztliche Hilfe kostenlos, unbürokratisch und auf Wunsch auch anonym an. Seit Januar 2000 gibt es die Ambulanzräume in der Jebensstraße 3 in Berlin-Charlottenburg. Angeboten werden dort medizinische Grundversorgung, die Versorgung mit notwendigen Medikamente, soziale Beratung und Weitervermittlung zu Fachberatungsstellen, wie z. B. bei Suchterkrankungen, Wohnungsnot, Schulden oder anderen individuellen Problemen, die Vermittlung in Notübernachtungen oder eine Krankenstation für Wohnungslose sowie Informationen für dringend erforderliche Ämtergänge, über Kleiderkammern, Suppenküchen.
Die Obdachlosenambulanz benötigt für ihre Arbeit dringend Geldspenden und Sachspenden wie Kaffee, Gebäck, Kleidung (Annahme während der Sprechzeiten oder nach telefonischer Vereinbarung). Auf Wunsch kann eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden.
mob e.V./strassenfegerSpendenkonto:
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. - Ambulanz für Wohnungslose
Geldinstitut: Darlehnskasse Münster
Konto: 4 080 368
BLZ: 400 602 65



