 Ein Foto aus dem Jahr 2001 - wir sind in eine alte Tischlerei gezogen und träumten davon, dass hier ein Treffpunkt entstehen könnte ....
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Aus der Berliner Morgenpost vom 17. Oktober 2005:
Verein "mob" bietet Obdachlosen Schlafplatz
Der verlegen wirkende Mann schaut nicht auf, während er den
Fahrgästen in der Bahn sein Anliegen schildert. Er ist obdachlos. Der
eine oder andere kauft ihm ein Straßenmagazin ab, die meisten Fahrgäste
reagieren nicht. Sie schauen aus dem Fenster oder sind plötzlich ganz
vertieft in ihre Zeitung.
Inwiefern nimmt die Öffentlichkeit wahr, daß Obdachlosigkeit ein
bedeutendes soziales Problem ist? Kaum sichtbar führt diese Art
sozialer Abgrenzung zu vielfältigen Problemen für die Obdachlosen. Der
Verein mob e.V. hilft diesen Menschen eine Veränderung und Verbesserung
ihrer Lebenslage herbeizuführen. Dazu soll auch das "Kaffee Bankrott"
in der Prenzlauer Allee 87 dienen, wo die Obdachlosen soziale Kontakte
knüpfen können. Sie bekommen dort Kaffee, Tee und andere Getränke sowie
Frühstück und Mittagessen. Da all diese Angebote aus eigenen Mitteln
des Vereins bestritten werden müssen, wird für einige Leistungen eine
Kostenbeteiligung in Form einer Spende erwartet. In der Prenzlauer
Allee befindet sich ebenfalls die "Notübernachtung", welche obdachlosen
Männern und Frauen einen Schlafplatz zur Verfügung stellt. Da auch die
"Notübernachtung" ohne staatliche Förderung betrieben wird, erhebt der
Verein einen Kostenbeitrag von 1,50 Euro pro Nacht in Form einer Spende.
Bei einem Besuch in der Prenzlauer Allee 87 lernten wir Christopher
kennen, der seit etwa sechs Monaten hier zu Hause ist. Tagsüber sieht
man ihn auf den Straßen Berlins, wo er 12 Stunden lang die
Obdachlosenzeitung "Straßenfeger" verkauft, abends dann im "Kaffee
Bankrott". Der Verkauf des "Straßenfeger" ist für ihn eine Alternative
zum Betteln, ermöglicht es armen und obdachlosen Menschen so ihre Würde
zu behalten. Die Zeitung erscheint 14tägig und kostet 1,20 Euro, wovon
der Verkäufer 80 Cent behalten darf. Die restlichen 40 Cent dienen zur
Finanzierung der Herstellungskosten. Christopher verkauft nicht nur die
Zeitung, er verfaßt auch regelmäßig Artikel dafür. Wie er uns in einem
persönlichen Gespräch mitteilte, hat er mit Hilfe von Mob e.V. einen
Umschulungsplatz und ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft gefunden, in
die er bald einziehen wird.
Claudia Arndt, Jana Tschorn und Michaela Krohn, Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung, KB 336