Meine KindheitIch bin in Österreich an der slowenischen Grenze geboren. Mein Vater stammt aus Ljubljana, meine Mutter aus Kärnten. Sie war 18 Jahre alt, als sie mich zur Welt brachte. Unehelich – was 1967 noch einen Tabubruch darstellte. Als meine Mutter einen anderen Partner fand, zog sie mit ihrer neuen Liebe nach Berlin und heiratete.
Ich wuchs bei meiner Großmutter und meinem Onkel in Eberstein auf, im Nachbardorf ging ich ab 1973 zur Schule. Meine Mutter holte mich 1979 nach Berlin. 1984 habe ich hier meine Schule mit einem erweiterten Hauptschulabschluß beendet. Im gleichen Jahr begann ich eine Kochlehre am Flughafen Tegel, die ich 1987 erfolgreich abschließen konnte.
Start ins LebenMein beruflicher Werdegang gestaltete sich durchwachsen: mal hier, mal da zwei Jahre gearbeitet. Ich habe es in jenen Jahren versäumt, mich beruflich weiterzuqualifizieren. In den kommenden Jahren folgte ein Auf und Ab, teilweise körperlich bedingt (drei Knie-OPs). Dann kam es des Öfteren zu Drogenkontakt.
Bei einer meiner Arbeitsstellen lernte ich meine Freundin kennen, mit der ich einen Sohn zeugte. Heute leben wir nach jahrelanger Trennung endlich wieder zusammen und teilen unsere Ängste, Sorgen und Freuden.
Abstieg und NeustartDieses Auf und Ab zog sich wie ein roter Faden durch mein Leben, mit kurzen Arbeitsverhältnissen als Koch, was sich natürlich durch meine Kniearthrose immer schwieriger gestaltete. 1998 verlor ich dann komplett die Übersicht. Wohnung weg, ein Jahr obdachlos.
2001 kämpfte ich mich wieder aus der Obdachlosigkeit heraus und bekam durch viel Glück eine Zweizimmerwohnung in Berlin-Prenzlauer Berg, die ich mit viel Engagement bis zum heutigen Tag verteidige. Um noch einmal auf meinen beruflichen Werdegang zurückzukommen: 2004 hatte ich die Chance auf eine Weiterbildung, die ich aber aus psychischen Gründen nicht beenden konnte. Seitdem hat sich dieser ominöse rote Faden wieder durch mein Leben gezogen, beruflich habe sozusagen nichts mehr auf die Reihe bekommen. Seitdem bekomme ich Hartz IV. Das Einzige, was mir geblieben ist, ist meine Wohnung und eventuell eine Aussicht auf eine berufsspezifische Weiterbildung und die Hoffnung, jemals wieder in den Arbeitsprozess eingebunden zu werden.
Meine Meinung zu CannabisZu meiner Drogenkarriere möchte ich noch eines sagen: Ich habe vieles einmal oder mehrmals ausprobiert und bin froh, nicht auf harten Drogen hängengeblieben zu sein. Ich konsumiere regelmäßig Cannabis, was sich aber meiner Meinung nach nicht negativ auf meine psychischen wie auch physischen Gefühlsebenen auswirkt. Ich will damit nicht sagen, dass Cannabis für den heranwachsenden Jugendlichen ungefährlich ist, weil man bedenken muss, dass sich der THC-Gehalt über die Jahre potenziert hat. Aber nach meiner Meinung ist es politisch nicht notwendig, erwachsene Menschen zu kriminalisieren und zu bestrafen und eine verhältnismäßig weiche Droge zu einer harten Droge zu stilisieren. Die Freigabe von Cannabis und damit die Trennung vom Markt der harten Drogen ist für mich daher aktiver Jugendschutz, der viele Jugendliche vor der Verführung zu harten und chemischen Drogen bewahren würde.
Meine ZukunftswünscheAbschließend würde ich mich über eine Einbettung in den sozialen Prozess sehr freuen und mache mir Gedanken darüber, was ich selber mitzubringen habe, um mich wieder in die Gesellschaft zu integrieren und was die Gesellschaft wohl bereit hält, um diese Symbiose Früchte tragen zu lassen. Zuletzt möchte ich sagen, dass ich dem Leben offen gegenüberstehe und für alle Veränderungen bereit bin.
Alex