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Größter Kinder- und Jugendsportverein in Berlin-Pankow wird 20 Jahre alt. Ein Gespräch mit Peter Neumann, Vorstandsvorsitzender des Vereins

Das Olympiastadion wird ja bald frei“, schmunzelt Peter Neumann, Vorsitzender des SV Pfefferwerk, auf die Frage, wohin dieser junge und engagierte Verein noch wachsen wolle. Tatsächlich hat „Pfeffersport“ in den letzten zwanzig Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht. „Mit dem Prenzlauer Berger Volleyballclub, kurz „PVC“, fing es vor 20 Jahren an“, erzählt der 55-Jährige. Nach und nach kamen weitere Vereinsgruppen dazu und mittlerweile hat der 1996 in Sportverein Pfefferwerk e.V. umbenannte Verein über 3.000 Mitglieder.

Die Entwicklung des Vereins spiegelt auch die des Bezirkes wider: Nirgendwo anders in Berlin hat es nach der Wende eine solch umfassende Wandlung gegeben. Vom Austausch der Bevölkerung von bis zu 80 Prozent ist da die Rede.

Die offene und vorwärts gerichtete Art des Vereinsvorsitzenden hat dabei von Anfang an zu diesem Erfolg des Vereins beigetragen. Interessierte Übungsleiter, Gruppen ohne Heimat oder Menschen mit teilweise eher ungewöhnlichen bzw. neuen Ideen fanden schnell einen eigenen Platz im Verein. Unkonventionell und tatkräftig hat Peter Neumann dabei stets unterstützt. Von eher unbekannten Sportarten wie Tamburello – einer Beachsportart – bis zu altbekannten Sportarten wie Basketball, Handball oder Fußball wird im Verein verschiedenste Sport- und Bewegungskultur angeboten. Diese Vielfalt ist fast einmalig in Berlin – „Sport für alle“ ist deshalb auch ein Motto des Sportvereins.

Mittlerweile ist die persönliche Hilfe von Peter nicht mehr möglich – er hatte schließlich in all den Jahren noch einen Vollzeitjob. Der Sportverein Pfefferwerk ist einfach zu groß geworden. „Wir sind jetzt Arbeitgeber, denn auf ehrenamtlicher Basis lässt sich der Verein nicht mehr organisieren“, sagt Peter und das heutige vom Senat bereitgestellte Großraumbüro in der Paul-Heyse-Straße, in welches sie 2009 umzogen, bietet nunmehr schon 15 MitarbeiterInnen des Vereins einen Arbeitsplatz. Nicht nur der großzügige Blick auf das Velodrom trägt zu dem entspannten Miteinander im Verein bei, sondern auch der Optimismus der vielen Aktiven, der überall im Verein spürbar ist. Nichts scheint unmöglich in dieser Atmosphäre: „Innovativ und anders“, „Der schärfste Verein der Galaxie!“ – so sehen viele „ihren“ Pankower Großverein. Diese positive Stimmung unter den MitarbeiterInnen motiviert auch viele Menschen, sich weiterhin ehrenamtlich für Pfeffersport zu engagieren.

Um auch zukünftig für stabile Verhältnisse zu sorgen, hat der Vereinsmitgründer das Qualitätsmanagement für den Verein übernommen. „Wir müssen das jetzt machen“, hört man oft aus seinem Mund, manchmal etwas vorschnell und forsch, aber immer mit der Devise „wahrnehmen, miteinbeziehen und alle mitnehmen“. Schließlich arbeiten 110 ÜbungsleiterInnen in 211 Gruppen. Und da mehr als 70 Prozent der Mitglieder des Vereins Kinder unter 14 sind, sorgt sich „Neumi“ sowohl um die Qualität der Ausbildung der ÜbungsleiterInnen als auch um deren polizeiliches Führungszeugnis und die Erste Hilfe in Notfällen: „Wir wollen Kindern einen Platz bieten, an dem sie in einem sicheren Umfeld Freude am Sport und dem sozialen Miteinander finden“, sagt er und hält sich die Brust, denn dort schlägt das Herz des Sozialarbeiters. Für dieses Anliegen investiert er auch im 20. Jahr seiner Vereinstätigkeit noch immer viel Zeit und Hingabe.

Zu seinen Zukunftsplänen befragt, hat Peter aber doch sehr konkrete Vorstellungen, was er noch erreichen möchte. Auch wenn der Sportverein modern und bunt erscheint, liegt der Mädchen- und Frauenanteil doch deutlich unter dem der Jungen und Männer. Und Peter ist es sehr ernst, wenn er sagt, dass er auf weiteres Größenwachstum verzichtet, wenn sich dies ändert. „Dies ist derzeit mein größter Wunsch“, endet er. Und bei der Energie, die Peter auch nach 20 Jahren Vereinsführung ausstrahlt, kann man sich sicher sein: Es wird gelingen!

Wer sich selbst ein Bild von der Vielfalt des Vereins machen möchte, sei an dieser Stelle herzlich von uns zum PankowFestival am 13. Juni 2010 eingeladen. Wir feiern dort unseren Geburtstag und auch die 20 Jahre erstklassiger Arbeit von Peter Neumann.
Itong Ehrke

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