Mob e.V. – Obdachlose machen mobil

Edito

Liebe Leserinnen und Leser!

02_Kai_Schneelinge01.jpg
Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen schlugen auch in unserer Redaktion die Wellen hoch. Der Anlass schrie förmlich danach, von uns besprochen zu werden. Wir haben uns – trotz des heißen Blutes – entschlossen, die Ergebnisse der Konferenz abzuwarten und uns auf den tatsächlich spannenderen Anknüpfungspunkt für unser Thema zu beziehen: das Kyoto-Protokoll.

Mit dem Ziel des Klimaschutzes ist es vor fünf Jahren, am 16. Februar 2005, in Kraft getreten. Es läuft 2012 aus; ein verbindliches Nachfolgeprotokoll wurde bisher nicht vereinbart. – Im Kyoto-Abkommen wurden zum ersten Mal völkerrechtlich verbindliche Beschränkungen für den Ausstoß von Treibhausgasen festgelegt. Dass die damals anvisierten Zielvorgaben unzureichend ausgefallen sind, ist längst bekannt. Weiterhin wächst die Emission von CO2 und Lachgas, was vor allem auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist.

In Kopenhagen sollte nun eine Nachfolgeregelung für das auslaufende Kyotoprotokoll verabschiedet werden. Was genau sich in der dänischen Hauptstadt ereignete, liefert genügend Stoff für einen Krimi in mehreren Bänden. Zu schade, dass wir kein Drei-Groschen-Heft sind!

Die Delegierten einigten sich schließlich auf einen Minimalkonsens, der völkerrechtlich nicht bindend das Ziel erwähnt, die Erderwärmung zu begrenzen – und zwar auf weniger als zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau. Dass die Begrenzung der Erderwärmung in diesem Umfang gar nicht möglich ist, erschließt sich aus den Effekten der Globalen Verdunkelung. Darüber haben wir in unserer Afrika-Ausgabe berichtet (01/2010). – Fakt ist: Der Krimi wird fortgeschrieben werden können. Nur die Opferzahlen bleiben noch im Dunkeln.
Zum Thema haben wir viel Fachkompetenz eingeholt: Herr Welsch vom Berliner Senat sprach mit uns über das Berliner Stadtklima, Jürgen Trittin von den GRÜNEN war zur Stelle, ein fesselndes Gespräch führte uns ins Bundesumweltministerium, ein weiteres Interview entschlüsselt das GREENWASHING. Gesprochen haven wir auch mit Professor Anders Levermann vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung nachreichen! Sie wissen schon: das Institut, das die Kanzlerin berät.

Kennen Sie eigentlich Anselm Reyle? Wir haben den renommierten Künstler in dessen Kreuzberger Atelier besucht und stellen ihn in unserer Rubrik “art strassenfeger” vor. Und: Wir haben das Interview mit dem Hertha-Manager Michael Preetz! Klare Worte in schwereren Zeiten zeugen von Stärke und Charakter.

Eins zum Schluß: Hätten Sie gedacht, dass es in unserem klimasündigen Land bisher keine Klimastiftung gegeben hat? Erst vor einigen Tagen, am 27. Januar 2010, wurde sie in Bremerhaven gegründet. Herzlichen Glückwunsch!

Viel Spaß bei der Lektüre!
Scharmann

SSL Zertifikate