Mob e.V. – Obdachlose machen mobil

Küche im Treffpunkt Kaffee Bankrott

die Baubeschreibung aus dem Jahr 2007

1. Bauaufgabe

Am geographischen Zentrum des Ortsteiles Prenzlauer Berg, im Bereich der Kreuzung der Ringbahn mit der Magistralen Prenzlauer Allee, steht als Blockrandbebauung das Gebäude Prenzlauer Allee 87. Es ist ein Wohn und Geschäftshaus aus der Jahrhundertwende (Baujahr 1905), welches aus einem fünfgeschossigem Vorderhaus, einem Seitenflügel, einem Quergebäude und einer zweistöckigen Seitenflügel-Remise am zweiten Hof besteht. Der zweite Hof ist komplett überdacht und unterkellert. Der Bereich EG und KG Quergebäude und zweiter Hof diente bis ca. 1992 als Tischlereibetrieb mit Möbel- und Materiallager im Keller. Das gesamte Gebäude befindet sich in einem abgenutzten Zustand und wurde noch nicht saniert.

Der gemeinnützige Verein mob e.V., obdachlose m achen mobil, hat die Räume Quergebäude EG und KG, Seitenflügelremise EG und OG, überdachter 2. Hof sowie den Hofkeller 2. Hof für seine Arbeit angemietet. Der Verein mob e.V. betreibt in diesen Räumen seit 2003 einen Treffpunkt für Obdachlose, Arme und Anwohner. Bestandteil des Treffpunktes ist eine Aufwärmküche im Bereich Quergebäude an der Durchfahrt.

Diese soll nun zur Vollküche erweitert und in die Seitenflügel-Remise, w o sich bisher Arbeits- und Besprechungsräume befinden, verlegt werden. Dieses Nutzungsänderung ist Gegenstand dieses Bauantrages.

2. Baubeschreibung
2.1 Küche

Die Erschließung der Küchenräume erfolgt durch die Quergebäude - Durchfahrt und den zweiten Hof. Eine zweite Erschließungsmöglichkeit existiert über die Treppe zum OG der Remise zum Treppenhaus des Seitenflügels erster Hof. Der Eingang zur Küche befindet sich mittig an der Remise. Über einen Stichflur werden rechts die 24 m² große Küche und links die Nebenräume Personal und Lager erschlossen.
An zentraler Position der Küche befinden sich ein 5 flammiger Edelstahl-Gasherd Indesit KP958 MS, oder gleichwertig mit Elektro-Ofen sowie ein Gas-Kombi-Bräter, aus Edelstahl , 1 Brenner, Fabr. Bartscher oder gleichwertig.

Über dem Kochbereich befindet sich die Lüftungsanlage. Der Fußboden ist in den begangenen Bereichen mit Fliesen der Güteklasse A4R12 gefliest, unter den Objekten m it glattem Material. Die Wände werden raumhoch mit hochglänzend glasierten Fliesen bekleidet. Die Küche ist rundum m it Arbeitsplatten aus Edelstahl mit rückwärtiger Aufkantung versehen. Das Gemüsewaschbecken befindet sich an der Rückwand, die Spülküche an der Außenwand zum Hof. Das Handwaschbecken an der Zwischenwand zum Flur. In der Wand zum Gastraum befindet sich eine Pendeltür und eine Durchreiche.

2.2 Nebenräume Küche

Links von dem Stichflur liegen der mit Fenstern versehene Personalraum mit innenliegendem WC und Dusche sowie das Lager mit angeschlossenen Kühlraum. Das IWC und der Lagerraum werden mechanisch entlüftet. Der Flur dient zur Anlieferung. Der ganze Bereich wird am Boden und in den Spritzbereichen gefliest.

2.3 Gastraum mit Nebenräumen


Direkt mit der Ausgabe der Küche verbunden durch eine Durchreiche liegt der Tresenraum, wo Essen und Getränkeausgabe in Selbstbedienung erfolgt. In dem danebenliegenden Raum befinden sich zusätzliche Möblierung sowie Reinigungsutensilien.

Der Gastraum hat eine Größe von 40 m². Der Zugang erfolgt vom 2. Hof. Die Bodenklappe für den zusätzlichen Notausgang (kein 1. oder 2. Rettungsweg) des Kellerbereiches wird freigehalten. An den Gastraum anschließend liegen das Herren WC gemäß §6 Gaststätten VO mit einem WC, 2 PP- und 1 Handwaschbecken sowie das behindertengerechte Damen-WC. Diese WC-Räume werden mechanisch entlüftet.

2.4 Angrenzende Büronutzung


An den Gastraum schließt der dem Büro zugeordnete Besprechungsraum an, welcher mit einer Falttür bei besonderen Anlässe mit dem Gastraum verbunden werden kann. Die Büroräume verfügen über ein separates WC.

2.5 Haustechnik Lüftung

Der Einbau von Lüftungsanlagen ist Kern der Umnutzung. Die komplette Konzeption wurde mit dem Bezirksschornsteinfegermeister Hr. Schneider (030)9268158 abgesprochen und vom ihm in Bezug auf seine Belange für genehmigungsfähig erklärt.

In der Küche wird ein Kastenabluftgerät Fabr. Rosenberg mit Steuergerät und Taschenflter 1800 m³/h nach einer Dunstabzugshaube mit Ganzmetallfiltern eingebaut. Die Abluft wird unter der Decke über der Kochstelle aufgenommen, über eine Brandschutzklappe Trox FK-K90 oder glw. zu einem neu zu errichtenden Lüftungszug vor dem Bestandsschornstein Heizung an der Seitenflügelbrandwand geführt. Dieser neue Zug wird in F90 Qualität durch das 1. OG bis über Dach der Seitenflügelremise gebaut. In dem vorgenannten Zug wird die Abluft mittels eines Wickelfalzrohres DN 300 von der Küchendecke durch die Remise und außen an der Rückfassade des Quergebäudes über Dach hochgeführt. Die Zuluft kommt durch eine beheizte Zuluftanlage, Kastenzuluftgerät AL-KO therm mit Heizregister, 2200 m ³/h Nenndurchmesser DN 350/240mm vom Hof her. In der Küche wird ein leichter Überdruck erzeugt.

Die Abluftanlage im Gastraum, bestehend aus 1 Abluftventilator Fabr. Schrag SKL-2-4, 2200 m ³/h / 248 Pa, zur über Dach Montage auf dem Schornstein, wird unter der Decke mit einem Wickelfalzrohr DN350 an den großen Bestands-Schornstein am Büroraum 2 herangeführt. Ergänzt wird diese Anlage durch eine beheizte Zuluftanlage, Kastenzuluftgerät AL-KO therm mit Heizregister, 2000 m³/h Nenndurchmesser DN 350mm, vom Hof aus.

Die Nebenräume der Küche IWC und Lager werden über den Bestandsschornstein in der Remisenbrandwand mit Kleinraumwandlüftern AP, 100m³/h DN75, mit Rückluftsperrklappe entlüftet. Die Nebenräume des Gastraumes, innenliegende WC werden mechanisch, wie vorher beschrieben, über den zweiten Bestandsschornstein im Büro 2 entlüftet.

Das Herren-WC verfügt über ein Fenster zum Lichthof.
Generell wird die Zuluft über den 2. überdachten Hof herangeführt und dadurch vorgewärmt. Das Durchfahrtstor Quergebäude als Zugang zu den Räumlichkeiten steht immer offen. Weiter ist die Überdachung des 2. Hofes offenfugig.

2.6 Haustechnik Sanitär, Heizung, Elektroinstallationen


Die Sanitärver- und -entsorgung erfolgt über die Erweiterung der vorhandenen Installation im Kellergeschoss. Eine zusätzliche Strangentlüftung wird im Bereich der Küchen-Nebenräume durch den vorhandenen Schornsteinzug der Remisen Rückwand über Dach geführt. Die Wärmeversorgung erfolgt über die bestehende Gaszentralheizung im Keller. Einzelne Bestandsheizkörper werden versetzt. Die Zuluftanlagen werden an dieses Heizsystem angeschlossen.
Die Elektroversorgung erfolgt ebenfalls über eine Erweiterung der vorhandenen Anlage vom Keller her.
Sowohl die einzelnen Lüftungsanlagen, als auch die Küchenräume bekommen eine separate Verteilung und Absicherung. Anschlusswert Gasherd 10,5 kW, Anschlusswert Bräter 4kW.

Die technische Planung entstand in Zusammenarbeit des Entwurfsverfassers mit Joachim Heinz, Heizung- Lüftung-Solar-Sanitär, Silbersteinstr. 70, 12051 Berlin (030) 628 04 130.

Heinrich Schauer

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