1. BauaufgabeAm geographischen Zentrum des Ortsteiles Prenzlauer Berg, im Bereich
der Kreuzung der Ringbahn mit der Magistralen Prenzlauer Allee, steht
als Blockrandbebauung das Gebäude Prenzlauer Allee 87. Es ist ein Wohn
und Geschäftshaus aus der Jahrhundertwende (Baujahr 1905), welches aus
einem fünfgeschossigem Vorderhaus, einem Seitenflügel, einem
Quergebäude und einer zweistöckigen Seitenflügel-Remise am zweiten Hof
besteht. Der zweite Hof ist komplett überdacht und unterkellert. Der
Bereich EG und KG Quergebäude und zweiter Hof diente bis ca. 1992 als
Tischlereibetrieb mit Möbel- und Materiallager im Keller. Das gesamte Gebäude befindet sich in einem abgenutzten Zustand und wurde noch nicht saniert.
Der gemeinnützige Verein mob e.V., obdachlose m achen mobil, hat die
Räume Quergebäude EG und KG, Seitenflügelremise EG und OG, überdachter
2. Hof sowie den Hofkeller 2. Hof für seine Arbeit angemietet. Der
Verein mob e.V. betreibt in diesen Räumen seit 2003 einen Treffpunkt
für Obdachlose, Arme und Anwohner. Bestandteil des Treffpunktes ist
eine Aufwärmküche im Bereich Quergebäude an der Durchfahrt.
Diese soll nun zur Vollküche erweitert und in die Seitenflügel-Remise,
w o sich bisher Arbeits- und Besprechungsräume befinden, verlegt
werden. Dieses Nutzungsänderung ist Gegenstand dieses Bauantrages.
2. Baubeschreibung
2.1 KücheDie Erschließung der Küchenräume erfolgt durch die Quergebäude -
Durchfahrt und den zweiten Hof. Eine zweite Erschließungsmöglichkeit
existiert über die Treppe zum OG der Remise zum Treppenhaus des Seitenflügels erster Hof. Der Eingang zur Küche befindet sich mittig an
der Remise. Über einen Stichflur werden rechts die 24 m² große Küche
und links die Nebenräume Personal und Lager erschlossen.
An zentraler Position der Küche befinden sich ein 5 flammiger
Edelstahl-Gasherd Indesit KP958 MS, oder gleichwertig mit Elektro-Ofen
sowie ein Gas-Kombi-Bräter, aus Edelstahl , 1 Brenner, Fabr. Bartscher
oder gleichwertig.
Über dem Kochbereich befindet sich die Lüftungsanlage. Der Fußboden ist
in den begangenen Bereichen mit Fliesen der Güteklasse A4R12 gefliest,
unter den Objekten m it glattem Material. Die Wände werden raumhoch mit
hochglänzend glasierten Fliesen bekleidet. Die Küche ist rundum m it
Arbeitsplatten aus Edelstahl mit rückwärtiger Aufkantung versehen. Das
Gemüsewaschbecken befindet sich an der Rückwand, die Spülküche an der Außenwand zum Hof. Das Handwaschbecken an der
Zwischenwand zum Flur. In der Wand zum Gastraum befindet sich eine
Pendeltür und eine Durchreiche.
2.2 Nebenräume KücheLinks
von dem Stichflur liegen der mit Fenstern versehene Personalraum mit
innenliegendem WC und Dusche sowie das Lager mit angeschlossenen
Kühlraum. Das IWC und der Lagerraum werden mechanisch entlüftet. Der
Flur dient zur Anlieferung. Der ganze Bereich wird am Boden und in den
Spritzbereichen gefliest.
2.3 Gastraum mit NebenräumenDirekt mit der Ausgabe der Küche
verbunden durch eine Durchreiche liegt der Tresenraum, wo Essen und
Getränkeausgabe in Selbstbedienung erfolgt. In dem danebenliegenden
Raum befinden sich zusätzliche Möblierung sowie Reinigungsutensilien.
Der Gastraum hat eine Größe von 40 m². Der Zugang erfolgt vom 2.
Hof. Die Bodenklappe für den zusätzlichen Notausgang (kein 1. oder 2.
Rettungsweg) des Kellerbereiches wird freigehalten. An den Gastraum
anschließend liegen das Herren WC gemäß §6 Gaststätten VO mit einem WC,
2 PP- und 1 Handwaschbecken sowie das behindertengerechte Damen-WC.
Diese WC-Räume werden mechanisch entlüftet.
2.4 Angrenzende Büronutzung
An den Gastraum schließt der dem Büro zugeordnete Besprechungsraum an,
welcher mit einer Falttür bei besonderen Anlässe mit dem Gastraum
verbunden werden kann. Die Büroräume verfügen über ein separates WC.
2.5 Haustechnik Lüftung
Der
Einbau von Lüftungsanlagen ist Kern der Umnutzung. Die komplette
Konzeption wurde mit dem Bezirksschornsteinfegermeister Hr. Schneider
(030)9268158 abgesprochen und vom ihm in Bezug auf seine Belange für genehmigungsfähig erklärt.
In der Küche wird ein Kastenabluftgerät Fabr. Rosenberg mit Steuergerät
und Taschenflter 1800 m³/h nach einer Dunstabzugshaube mit
Ganzmetallfiltern eingebaut. Die Abluft wird unter der Decke über der
Kochstelle aufgenommen, über eine Brandschutzklappe Trox FK-K90 oder
glw. zu einem neu zu errichtenden Lüftungszug vor dem Bestandsschornstein Heizung an der Seitenflügelbrandwand geführt.
Dieser neue Zug wird in F90 Qualität durch das 1. OG bis über Dach der
Seitenflügelremise gebaut. In dem vorgenannten Zug wird die Abluft
mittels eines Wickelfalzrohres DN 300 von der Küchendecke durch die
Remise und außen an der Rückfassade des Quergebäudes über Dach
hochgeführt. Die Zuluft kommt durch eine beheizte Zuluftanlage,
Kastenzuluftgerät AL-KO therm mit Heizregister, 2200 m ³/h
Nenndurchmesser DN 350/240mm vom Hof her. In der Küche wird ein
leichter Überdruck erzeugt.
Die Abluftanlage im Gastraum, bestehend aus 1 Abluftventilator Fabr.
Schrag SKL-2-4, 2200 m ³/h / 248 Pa, zur über Dach Montage auf dem
Schornstein, wird unter der Decke mit einem Wickelfalzrohr DN350 an den
großen Bestands-Schornstein am Büroraum 2 herangeführt. Ergänzt wird
diese Anlage durch eine beheizte Zuluftanlage, Kastenzuluftgerät AL-KO
therm mit Heizregister, 2000 m³/h Nenndurchmesser DN 350mm, vom Hof aus.
Die Nebenräume der Küche IWC und Lager werden über den
Bestandsschornstein in der Remisenbrandwand mit Kleinraumwandlüftern
AP, 100m³/h DN75, mit Rückluftsperrklappe entlüftet. Die Nebenräume des
Gastraumes, innenliegende WC werden mechanisch, wie vorher beschrieben,
über den zweiten Bestandsschornstein im Büro 2 entlüftet.
Das Herren-WC
verfügt über ein Fenster zum Lichthof.
Generell wird die Zuluft über den 2. überdachten Hof herangeführt und
dadurch vorgewärmt. Das Durchfahrtstor Quergebäude als Zugang zu den
Räumlichkeiten steht immer offen. Weiter ist die Überdachung des 2.
Hofes offenfugig.
2.6 Haustechnik Sanitär, Heizung, ElektroinstallationenDie Sanitärver- und -entsorgung erfolgt über die Erweiterung der vorhandenen Installation im Kellergeschoss. Eine zusätzliche Strangentlüftung wird im Bereich der Küchen-Nebenräume durch den vorhandenen Schornsteinzug der Remisen Rückwand über Dach geführt. Die Wärmeversorgung erfolgt über die bestehende Gaszentralheizung im Keller. Einzelne Bestandsheizkörper werden versetzt. Die Zuluftanlagen werden an dieses Heizsystem angeschlossen.
Die Elektroversorgung erfolgt ebenfalls über eine Erweiterung der vorhandenen Anlage vom Keller her.
Sowohl die einzelnen Lüftungsanlagen, als auch die Küchenräume bekommen eine separate Verteilung und Absicherung. Anschlusswert Gasherd 10,5 kW, Anschlusswert Bräter 4kW.
Die
technische Planung entstand in Zusammenarbeit des Entwurfsverfassers
mit Joachim Heinz, Heizung- Lüftung-Solar-Sanitär, Silbersteinstr. 70,
12051 Berlin (030) 628 04 130.
Heinrich Schauer