Mob e.V. – Obdachlose machen mobil

Obdachlose Frauen - oder warum es uns wichtig ist, einen eigenen Raum für Frauen anzubieten

Nach offiziellen Angaben gab es im IV.Quartal 2004 in Berlin ca. 7000 registrierte obdachlose Menschen, wobei man von einer Dunkelziffer von weiteren 2000-4000 obdachlosen Personen ausgeht.


Der Frauenanteil lag hierbei bei 1024 Einzelpersonen und 162 alleinerziehenden Müttern. In Berlin vermutet man, dass der Frauenanteil bei Wohnungslosen zwischen 16,4 - 20 % (bundesweit bei ca. 23%) liegt. Das bedeutet, dass es in Berlin im IV.Quartal 2004 offiziell 1186 wohnungslose Frauen gab, wenn man die Dunkelziffer mit einrechnet müßte die Zahl aber um ungefähr noch einmal 492-600 Frauen nach oben hin korrigiert werden. Für diese ca. 1750 Frauen stehen in Berlin an frauenspezifischen Einrichtungen zwei Notübernachtungen zur Verfügung, wobei die eine nur im Winter geöffnet hat, mit zusammen maximal 18 Plätzen. Seit März 2006 gibt es zusätzlich ein ganzjähriges FrauenNachtCafé, das in der Regel allerdings nur an Samstagen geöffnet hat.  Weiterhin gibt es eine Tagesstätte mit 20 Plätzen, ein Frauenwohnheim nach ASOG mit 27 Plätzen und 95 Plätze in betreuten Wohnformen.

            Gerade bei Frauen geht man von einer relativen hohen Dunkelziffer aus. Sie neigen aus Scham dazu offizielle Hilfe abzulehnen bzw. werden sie von den schon bestehenden einschlägigen Einrichtungen nicht immer erreicht. Aufgrund oft im Hintergrund stehender Gewalterfahrungen, meiden sie die männerdominierten Wohnungsloseneinrichtungen. Viele Frauen leben dadurch sehr häufig in oft prekären und sexuell abhängigen Wohnverhältnissen.

Berlin, Mai 2006

Tamara Schmitt,
AG ‚Leben mit Obdachlosen’
C/o Tagesstätte am Wassertor
Segitzdamm 46
10969 Berlin
Tel. 030 - 616 59 340
Email lebenmitobdachlosen@gmx.de


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