Allein in Berlin sind gegenwärtig mehr als 7.000 Menschen offiziell bei den
Behörden als obdachlos registriert, und die Tendenz ist (wieder) steigend. Hinzu
kommt eine "Dunkelziffer" von wenigstens 2.000 - 3.000 weiteren Menschen, von
denen angenommen wird, daß sie irgendwo unerkannt unter uns leben.
Wohnungslos ist, wer nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum
verfügt.
Aktuell von Wohnungslosigkeit betroffen sind demnach Menschen,
die ohne jegliche Unterkunft sind,die bei Verwandten, Freunden und Bekannten vorübergehend unterkommen,die sich in Heimen, Anstalten, Notübernachtungen, Asylen, Frauenhäusern aufhalten, weil keine Wohnung zur Verfügung steht,die als Selbstzahler in Billigpensionen leben,die
ohne Mietvertrag untergebracht sind, wobei die Kosten durch den
Sozialhilfeträger nach dem Bundessozialhilfegesetz (SGB XII: § 67) übernommen werden,die
aufgrund ordnungsrechtlicher Maßnahmen ohne Mietvertrag, d.h.,
lediglich mit Nutzungsverträgen, in Wohnraum eingewiesen oder in
Notunterkünften untergebracht werden,Aussiedler,
die noch keinen Mietwohnraum finden können und in
Aussiedlerunterkünften untergebracht sind. Anerkannte Asylbewerber in
Notunterkünften zählen somit auch zu den Wohnungslosen.
Diese Beschreibung macht deutlich, dass Wohnungslosigkeit weitaus mehr Menschen
betrifft, als nur die, die "offiziell" als obdachlos registriert werden. Auch
Angehörige, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Nachbarn sind mehr oder weniger
direkt von dem Problem betroffen.
Und auch im täglichen Leben kommen wir an
dem Thema nicht vorbei: Wer seine Lebensumgebung genau beobachtet, wird nicht
nur Menschen antreffen, die um ein paar Cent auf der Strasse betteln, sondern
auch beobachten können, dass Menschen in Mülltonnen nach etwas Brauchbarem
suchen, dass Menschen sich auf Bahnhöfen aufhalten, weil sie dort vorm Wetter
geschützt sind, und dass es hier und da Spuren gibt, die darauf hinweisen, dass
jemand provisorisch einen Schlafplatz eingerichtet hat.
Der Verein mob e.V. ist offen für alle diejenigen
Menschen, die bereits in dieser Lebenssituation stecken oder die
befürchten, genau in diese Situation hineinzugeraten.
stand: 04.06.2006