Mit dem Verein mob - obdachlose machen mobil e.V. ist eine Grundüberzeugung verbunden: Obdachlose können sich selber helfen. Der Verein und seine Zeitung strassenfeger bieten nichts anderes als Hilfe zur Selbsthilfe. Das bedeutet konkret:
Die
Zeitung selbst ist ein soziales Projekt. Monat für Monat werden
tausende von Zeitungen bewegt, deren Erlös unmittelbar - durch den
Verkauf - den Verkäufern zugute kommt. Obdachlose sind damit nichtmehr
auf "Süppchen & Söckchen" angewiesen - auch wenn das wichtig ist
-, sondern können selbst entscheiden, was sie mit dem verdienten Geld
anfangen.
Die Gruppe der
Verkäufer, die Notübernachtung, der Vertrieb und die Redaktion sind
selbständige und aufeinander bezogene Einheiten unseres Projekts.
Jeder obdachlose Verkäufer hat die Möglichkeit, in den Bereichen
Notübernachtung, Vertrieb und Redaktion - Stichwort: "Autoren zum
Anfassen" - aktiv mitzuwirken und sich so neue Handlungsfelder zu
erschließen. Diese Offenheit allen gegenüber - auch und insbesondere,
was finanzielle Angelegenheiten betrifft - ist ein zentrales Prinzip
unserer Arbeit.
Entscheidend für den Erfolg des Projekts ist die Qualität der Zeitung. Der strassenfeger wird nicht nur von Obdachlosen transportiert, sondern von ihnen selbst journalistisch gestaltet. Der strassenfeger
nimmt entschieden Partei für Arme, Ausgegrenzte und Obdachlose. Wir
haben keine Scheu, Mißstände sowie Konflikte offen in der Zeitung zu
benennen und uns auch selbst der Kritik zu stellen.
Wir
werden mit dem Erreichten nie zufrieden sein: Die soziale Absicherung
der obdachlosen Verkäufer muß noch entschieden verbessert werden
(Sozialversicherung, Hilfe zur Arbeit usw.), ergänzend zur
Notübernachtung muß Wohnraum zur Verfügung gestellt werden:
Wohngemeinschaften mit finanzierbaren Mietverträgen, für jeden ein
Zimmer sind ein wichtiges nächstes Ziel. Eigene "Häuser gegen die
Kälte" sind eine langfristige Vision, die wir zusammen mit Partnern
verfolgen.
Das Projekt strassenfeger
muß insgesamt weiter stabilisiert werden. Dazu ist es wichtig, wie in
jedem anderen Unternehmen auch, Rücklagen zu bilden für schlechte
Zeiten. Schließlich tragen wir Verantwortung gegenüber unseren
Mitarbeitern und Verkäufern, aber auch gegenüber dem Leser.
Spenden
nehmen wir von daher gerne entgegen. Sie tragen dazu bei, ein Stück
Sicherheit zu schaffen - das Leben ist unsicher genug.
Unser Spendenkonto:
mob e.V.
Kto.-Nr. 76 35 48 - 107
BLZ 100 100 10
Postbank Berlin
Berlin, Februar 1997
Stefan Schneider, Jutta Welle,
für den Verein mob e.V.